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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

regte sich einiges Mitleid im Herzen der Malagesen und sie liefertenihnen Brod und Wasser. Als die Ueberbleibsel nach zwei Monatendie Erlaubnis; erhielten, nach der afrikanischen Küste abzusegeln, trafsie bitteres Leid in anderer Gestalt. Wegen der Pest wurden sie inkeine Stadt gelassen und waren auf das Gras des Feldes angewiesen.Chajjat selbst wurde von einem boshaften Mohammedaner der,früher sein Stadtgenosse, ebenfalls aus Spanien ausgewiesen warim Staate Fez bei den Mauren irgend eines Verbrechens beschuldigt,in einen grausigen Kerker von Schlangen und Molchen geworfen, zumUebertritt zum Islam unter verlockenden Bedingungen aufgefordertund im Weigerungsfälle mit dem Tode durch Steinigung bedroht.Alle diese gehäuften, aufreibenden Leiden machten ihn aber auch nichteinen Augenblick in seiner religiösen Ueberzeugung wankend. Endlichwurde er von den Juden eines kleinen Städtchens ausgelöst und nachFez gebracht. Dort aber herrschte eine so große Hungersnoth, daßChajjat gezwungen war, für ein Stück Brod, das auch für Hunde zuschlecht gewesen wäre, täglich mit seinen Armen eine Mühle zu drehen.Nachts nahmen er und seine Leidensgenossen, die nach Fez verschlagenwaren, das Lager im Aschenhaufen der Stadt.

So sehr auch die portugiesischen Schiffsleute die von ihnen anden Juden begangenen Unmenschlichkeiten zu verheimlichen suchten, sokamen sie doch an's Tageslicht und schreckten die noch Zurückgebliebenenzurück, sich und die Ihrigen auf Schiffe zu begeben und auszuwandern.Die Armen vermochten auch nicht das Geld für Schiffslohn undZehrung zu erschwingen. Sie verschoben daher die Abreise von Tagzu Tag und wiegten sich in die Hoffnung, der König werde Gnadevor Recht ergehen lassen und sie in Portugal dulden. Allein DonJollo war nicht ein König, dessen Herz vom Strahl der Gnade unddes Mitleids erwärmt war. Er behauptete, daß eine größere Zahlals bedungen war, in Portugal eingewandert wäre, und bestanddarauf, daß der Vertrag pünktlich erfüllt werde. Diejenigen, welchenach Ablauf der acht Monate zurückgeblieben waren, wurden richtigzu Sklaven gemacht und an diejenigen Edelleute verschenkt oder ver-kauft, welche sich diesen oder jenen Juden ausgewählt hatten (1493 H.

Der König Joäo II. ging aber noch weiter in der Grausamkeitgegen die unglücklichen spanischen Juden Den der Sklaverei ver-fallenen Eltern ließ er die Kinder von drei bis zehn Jahren entreißenund auf Schiffe schaffen, um sie nach den neuentdeckten San - Thomas -oder Schlangen- oder Verlorenen Inseln (Ulms psräiäas)

*) Osorius a. a. O. p. 7 b, auch andere portugiesische und jüdische Schrift-steller.