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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Leiden der Verbannten.

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bringen, um sie dort im Christenthum erziehen zu lassen *). Das Wehe-geschrei der trostlosen Mütter, das Gewinsel der Kinder, die Wuthder Väter, die sich vor Schmerz das Haar ausrauften, nichts ver-mochte den herzlosen Despoten zu bewegen, sein Edikt zu widerrufen.Die Mütter flehten, ihre Kinder begleiten zu dürfen. Eine Mutter,welcher die Schergen sieben Kinder geraubt hatten, warf sich dem Königezu Füßen bei seinem Austritt aus der Kirche und flehte, ihr wenigstensdas jüngste zu lassen. Don Joüo ließ sie fortdrängen und wehklagen,wie eine Hündin, der man die Jungen entzieht". Was Wunder,wenn manche Mutter sich mit ihren Kindern in's Meer stürzte, umin den Wellen bei ihren Lieblingen zu bleiben. Die Inseln San-Thomas, wohin die Kleinen geschleppt wurden, waren von Eidechsen,giftigen Schlangen und Verbrechern bewohnt, welche letztere zur Strafeaus Portugal dahin transportirt worden waren. Die meisten jüdischenKinder kamen auf der Reise dahin um oder wurden ein Fraß derwilden Bestien. Von den Ueberlebenden heiratheten später Brüderund Schwestern in Unwissenheit einander und bauten die fruchtbareInsel an 2 ). Vielleicht war des Königs verdüstertes, erbittertes Ge-müth seit dem Tode seines einzigen legitimen Sohnes Schuld an

seiner Unmenschlichkeit gegen die Juden. Sein jüdischer Günstling,

Joseph Jbn-Jachja, verließ in dieser Zeit 1494 Portugal mit mehrerenFamiliengliedern, weil er schlimme Zeiten befürchtete, oder weil ihnder König zum Christenthum zwingen wollte. Er wanderte nachPisa aus 3).

Nachdem JoZo II. freudenlos in's Grab sank (Ende Oct. 1495),schien unter seinem Nachfolger, seinem Vetter Manoel, der ein

Gegenstück zu ihm bildete, freundlich, milde und ein Liebhaber derWissenschaften war, den Juden Portugals und dem Rest der spanischenVerbannten ein freundlicher Stern zu leuchten. Manoel, welcherdie Verurtheilung der spanischen Juden zur Sklaverei nicht gebilligthaben mochte, und belehrt, daß sie nur gezwungener Weise und

aus Angst vor tausendfachem Tode über die Frist zurückgebliebenwaren, schenkte Allen, welche in Sklaverei waren, die Freiheit. DasGold, welches die Freudetrunkenen ihm dafür anboten, wies er zurück^).

*) Davon berichtet der zeitgenössische Chronist Pina, das ölsmoila äs^jnäa bei Hcrculano I. p. llOf., und die jüdischen Autoren Usquc undJbn-Vcrga.

2) Lls. äs ^snäa bei Hcrculano das. 111.

") Gcdalja Jbn-Jachja Zollalsoüslst p. 49 d., 95 a, nach einer Chronik, imWiderspruch mit dem Berichte des Joseph b. David I. I. in Einl. zu imäs Ooes LLroviea. äs ölanosl, Osorius a. a. O. p. 7 1>.