Die Verbannten in Portugal.
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umher, bis den Unglücklichen der Mnndvorrath ausgegangen war.Dann verlangten sie für die Lieferung von Lebensmitteln großeSummen, so daß die Unglücklichen zuletzt ihre Kleider um Brod hin-geben mußten, und fast nackt an irgend einem Hafenplatz ausgesetztwurden. Frauen und Mädchen schändeten sie in Gegenwart derMänner und Eltern und machten den christlichen Namen zur Schmach H.Oft setzten die Unmenschen die Unglücklichen an einen öden PunktAfrika's aus und überließen sie dem Hunger, der Verzweiflung oderder Wuth barbarischer Mauren, die den Rest zu Gefangenen machten").
Die Leiden der auf Schiffen aus Portugal Ausgewanderten er-zählt ein Augenzeuge, der Kabbalist Juda b. Jakob Chajjat^) (auseiner edlen und wohlhabenden Familie). Das Schiff, auf dem sich er,seine Frau und noch zweihundertfünfzig Leidensgenossen jedes Altersund Geschlechtes befanden, lief im Winter (Anfangs 1493) vom Hafenvon Lissabon aus und irrte vier Monate auf den Wellen umher, weilkein Hafen sie wegen der Pest aufnehmen wollte. Natürlich wurden dieLebensmittel auf dein Schiffe knapp. Das Schiff wurde noch dazuvon biskayischen Seefahrern gekapert, geplündert und in den spanischenHafen von Malaga geschleppt. Hier wurde ihnen weder gestattet,an's Land zu steigen, noch abzusegeln, noch wurden ihnen Lebensmittelgeliefert. Die Geistlichen und Behörden der Stadt wollten sie durchHungerqual für die Christuslehre geneigt machen. Es gelang ihnenauch wirklich, hundert Personen mit ausgemergelter Gestalt und hohlenAugen zu werben. Die klebrigen aber blieben standhaft im Glauben,und fünfzig von ihnen, Greise, Jünglinge, Jungfrauen, Kinder, erlagendem nagenden Hunger; darunter auch Chajjat's Frau. Erst dann
Wenn es nicht ein christlicher Chroniker, der Bischof Hieronymus Oso-rins, selbst erzählte, würde man so grausame Unmenschlichkcit gar nicht glauben.Er erzählt (äs rebus Asstis Lmmsuuelis x. 7 s): Nerestores snim et nsvt-eulsrii, gut lluässos ln usves suss rseipiebsnt, eos in msri multis tusurüssämollum sesrbs llivsxsbsnt. Vseturss suiiu prstio . . . minime eouteuti. . . multo mssorem pseunism sb invitis exprimebsnt, et äs inctustris lliu-tius, quam opus erst, vsZsbsntur . . . ut eonsumpto omni eowmestu, eo-Aereutur sb eis vietuin emers. I'rstium vero, quoll rebus suis sonstitus-bsnt, erst ssusmolli, ut eo persoluto, llullsei nulli et iusues rslinqusrsn-tur. rleesäobst, quoll nuptis mulieribus st virginibus vitium per vim int's-rsbsut . . . Lbristisni nominis, quoll usurpsbsnt, obtiti in omni Asnsrsimmsnitstis stqus perülliss verssbsntur. Auch Ruy lls I'ins und llesonllsin der Chronik lloso II. Die schauerliche Geschichte in Lebsbst llsbulls dko. 58,von dem Schiffer, der den Juden Alles abgenommen und sie dann auf eineöde Insel ausgesctzt, gehört wohl auch in die Zeit Joiio's II.
2) lksque a. a. O. dko. 26.
2) Chajjat Einleit, zum Commentar zum kabbalistischen Buche
rnrtn zum Theil bestätigt durch Llorentc bistoirs lls 1'Inquisition I. p. 262.