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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Die jüdischen Astronomen.

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und das Tragen eines Abzeichens vor (ein Stern auf der Brust *).Dagegen war er einsichtsvoll genug, eine unsinnige Klage der Corteszurückzuweisen: daß in Folge eines Gesetzes jüdische Handwerker inden Häusern der Landleute Arbeit suchen dürften, demgemäß christlicheFrauen und Mädchen in Abwesenheit der auf dem Felde beschäftigtenMänner der Verführung ausgesetzt wären.

Die fieberhafte Unruhe, ungekannte Länder zu entdecken, und mitihnen in Handelsverbindung zu treten, wovon das kleine Portugaldamals befallen war, gab zweien Wissenschaften einen praktischenWerth, die bis dahin nur als eine Art Liebhaberei für Müßiggängergalten der Astronomie und Mathematik. Diese waren aber geradeLieblingsfächer gebildeter Juden auf der pyrenäischen Halbinsel.Wenn Indien das Land des Goldes und der Gewürze, auf welchesdie Portugiesen mit krampfhafter Sehnsucht gespannt waren auf-gefunden werden sollte, mußte die bisherige Küstenschifffahrt, welchelangsam und gefahrvoll war, aufgegeben und der Weg auf der hohenSee eingehalten werden. Aber dann liefen die Schiffe Gefahr, dieRichtung zu verlieren und sich in der grenzenlosen Wasserwüste zuverirren. Die Entdeckungsschiffer sahen sich daher nach astronomischenTafeln um, welche ihnen feste Punkte zeigen sollten, nach Sonnen-uud Sternenhöhen zu schiffen. In diesem Fache waren aber geradespanische Juden Meister gewesen. Ein Vorbeter von Toledo, Isaak(Zag) Jbn-Said, hatte im dreizehnten Jahrhundert Sterntafeln,unter dem Namen alfonsinische Tafeln bekannt (VII?. 126 ), an-gelegt, die auch von den Fachmännern in Deutschland, Frankreich,England und Italien angenommen und nur geringfügig geändertworden waren 2).

Als nun J0L0 II. von Portugal Schiffe zur Entdeckung Indiensauf dem atlantischen Meere längs der afrikanischen Seeküste aussendenwollte, ließ er eine Art astronomischen Congreß zusammentreten, welcherbrauchbare und praktische Sterntafeln ausarbeiten sollte. In diesemCongreß saßen neben dem berühmten deutschen Astronomen Martinvon Behaim, einem Schüler des frühreifen Regi 0 m 0 ntanus, undneben dem christlichen Leibarzte des Königs R 0 drig 0, auch ein Jude,

*) Quellen angegeben oben S. 325, Anmerk. 3. Hsreulano das. p. 96 fg.

2 ) Zacuto bemerkt von den alfonsinischcn Tafeln des Zag Jbn-Sid: Sieseien in allen Ländern Europa's eingeführt (. I'ilip. p. 211): rv irwe- nim» w

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wurden diese Sidschcn Tafeln in Italien von Andalone dcl Nero undBianchini, in Deutschland von Nikolaus Cusanus ( 0 . S. 189), von Purbachund Rcgiomontanus; Humboldt Kosmos II. S. 295 f.

Graetz» Geschichte der Juden. VIII.

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