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Geschichte der Juden.
spanischer Juden — man schätzte sie auf 20 000 Familien oder120 000 Seelen*) — über die portugiesische Grenze. Der König wiesden Einwanderern bestimmte Städte zum vorläufigen Aufenthalte an,wofür sie noch an die Bürger eine Steuer zu zahlen hatten. IsaakAbo ab, der gefeierte Meister so vieler Jünger, welche später inAfrika, Aegypten und Palästina Rabbinatssitze einnahmen, starb nochin Frieden in Oporto; sein Schüler, der als Geograph Astronomund Chronist berühmt gewordene Abraham Zacuto, hielt ihm dieLeichenrede (Ende 1492 ?). Nur wenigen seiner Leidensgenossen ist einruhiger Tod beschieden gewesen.
Der König JoLo II., der sich überhaupt nie von Gefühlen, sondernimmer nur von Nützlichkeitsgründen leiten ließ, hatte, wie angegeben,nur aus Interesse einige Duldung gewährt. Er war kein besondererGönner der Juden im Ganzen und auch nicht der Einzelnen,obwohl er einige derselben für sich benutzte. Als gleich nachseiner Thronbesteigung die Cortes von Evora sich über die reicheKleidung und ritterlichen Manieren vieler Juden (und Mauren)beklagten und eine Kleiderordnung für sie eingeführt wünschten,verbot er den Juden, seidene Kleider zu tragen, schrieb ihnen wollene
*) lieber die Zahl der eingcwandertcn spanischen Juden in Portugal diffe-riren schon die ersten Quellen. Zacuto, ein Lcidensgcnossc, zählt mehr als120,000 Seelen, (blä. 1?. p. 227) -"pv i.nv . . .
Damiaö äs Ooss giebt über 20,000 Häuser und über 200,000 Seelenan: üutraruo mas äs viuts inil ea-^ass, sm gus bavirrü alAUns äsäsri s äors psssoas e outras äs mais. Osorius giebt in seinen rssgsslas Lmmauuslis (sä. Köln 1586 p. 6 b.) keine bestimmte Zahl an, sondernrefcrirt: maxima soruin (äuäasoi'um s Hispauia pulsorum) pars aOsanns rsAS . . . iinpstravit, ul in b'ortuAalia tempors atiguo äsünitosonsistsrst. Wenn der König von dem Einzugsgeld eine erkleckliche Summefür den afrikanischen Krieg zusammcnbringen wollte — (man fand das Geldnach seinem Tode unberührt im Staatsschätze, wie die portugiesischen Chronikeräs kina und äs 6loss berichten), so mußte die Zahl sehr groß gewesen sein;sonst hätte sich der Schacher nicht gelohnt. Einzelne Posten derer, welche voneinzelnen Städten und Districtcn Spaniens nach Portugal eingewandert sind,geben die respektablen Quellen des Goes und Bcrnaldcz an. Demnach
wären eingewandcrt
von Bencvent nach Braganza über . . . 3,000 Seelen,
„ Zamora nach Miranda . 30,000 „
„ Ciudad Rodrigo nach Villar .... 35,000 „
„ Miranda de Alcantra nach Marban . 15,000 „
„ Badajoz nach Ueldes . 10,000 „
Summa 93,000
Also aus diesen Gegenden allein beinah 100,000.
2) Jmanuel Aboab a. a. O. p. 300; Jochasin sä. Filipowski x. 226.