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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Die Verbannten aus Spanien.

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Gemeinde noch 2000 Ducaten, den Befehl rückgängig zu machen, undsie mußten sich gefallen lassen, die Einwanderer aufzunehmen ^).

Die griechischen Inseln Corfu, Candia und andere füllten sichmit den unglücklichen spanischen Juden, welche sich theils dahin ge-schleppt hatten, theils als Sklaven dahin verkauft worden waren.Die meisten Gemeinden hatten Mitleid mit ihnen und waren bedacht,sie zu verpflegen oder gar loszukaufen. Sie machten die größtenAnstrengungen, um die Gelder herbeizuschaffen, und verkauften denSpnagogenzierrath, um ihre Brüder nicht in Noth oder Sklaverei zulassen. Perser, welche gerade auf der Insel Corfu anwesend waren,kauften spanische Vertriebene, um von den Juden ihres Landes einhohes Lösegeld zu erzielen 2). Elkana Kapsali, Vorsteher (Oonäoskabls)der Candianer Gemeinde, war unermüdlich, Gelder zum Bedarf derspanischen Juden aufzutreiben. Am glücklichsten waren Diejenigen,welche die Grenze der Türkei erreichen konnten. Denn der türkischeSultan Bajasid II. erwies sich nicht nur als der am menschlichstenfühlende Monarch gegen die Juden, sondern auch als der einsichts-vollste und klügste. Er verstand es besser als die christlichen Fürsten,welche verborgenen Reichthümer die verarmten Juden Spaniens mit-brachten, nicht in den Verschlingungen ihrer Eingeweide, sondern inden Falten ihres Gehirns, nnd er wollte sie für den Wohlstand seinesLandes ausnutzen. Bajasid erließ einen Befehl durch die europäischenProvinzen seines Reiches, die gehetzten Juden nicht von der türkischenGrenze zurückzuweisen, sondern sie aufs freundlichste und mildesteaufzunehmen. Er verhängte Todesstrafe über Diejenigen, welche siehart anfahren oder bedrücken sollten. Der Großrabbiner MoseKapsali, der ihn vielleicht so günstig gestimmt hatte, war unermüdlichthätig, die jüdisch-spanischen Unglücklichen, welche als Bettler oderSklaven nach der Türkei gekommen waren, aufs kräftigste zu unter-stützen. Er reiste in den Gemeinden umher und legte den begütertenMitgliedern eine Almosensteuer aufzur Auslösung der spanischenGefangenen". Er brauchte auch nicht viel Zwang anzuwenden; denndie türkischen Juden steuerten gern bei, den Opfern des christlichenFanatismus aufzuhelfen. So ließen sich Tausende von spanischenJuden in der Türkei nieder^), und ehe ein Menschenalter verging,hatten sie die Führerschaft unter den türkischen Juden erreicht und dieTürkei gewissermaßen in ein morgenländisches Spanien umgewandelt.

Anfangs schien auch den nach Portugal eingewanderten spanischenJuden ein glückliches Loos zu winken. Dem greisen Rabbiner, Isaak

*) Jbn-Verga a. a. O. Ho. 57. ch Elia Kapsali, Chronik a. a. O. Kap. 78.

°) Das. vergl. Note 7.