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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Haltung gegen sie an aus Befürchtung, daß die anwachsende Mengedie Lebensmittel vertheuern würde. Allein der gütige Herrscher wußtedie Aufregung zu beschwichtigen. Aber auch hier, wo sie Ruhe zufinden glaubten, verfolgte Unglück über Unglück die spanischen Aus-wanderer. Eine Feuersbrunst zerstörte an einem Tage die leichtenHolzbaracken, welche sich die neuen Ansiedler gebaut hatten. Dannstellte sich Hungersnoth ein, sie mußten auf dem freien Felde zubringenund sich wie die Thiere von Kräutern nähren.

Am Sabbat nagten sie die Pflanzen mit den Zähnen ab, um sichnicht eine Entweihung des heiligen Tages zu Schulden kommen zulassen. Hungersnoth, Pest und die Hartherzigkeit der mohammedanischenEinwohner rasten um die Wette gegen sie. Etwa zwanzigtausend dieserUnglücklichen sollen in Fez und in der Umgegend umgekommen sein.Väter waren aus Verzweiflung dahin gebracht, ihre Kinder um Brodfür sich und die Ihrigen als Sklaven zu verkaufen; Mütter tödtetenihre Kinder, um nicht deren Todeskampf durch den nagenden Hungermit anzusehen. Ein Sohn, der seinen greisen Vater vor Hunger ver-schmachten sah, eilte sein Kind zu verkaufen, um Brod für den Greiszu bringen.

Gewinnsüchtige Schiffseigenthümer an den Küsten benutzten die Ver-zweiflung der Auswanderer, um die ausgehungerten bettelnden Kinderam Strande mit Brod an Bord zu locken, und entführten sie, taub gegendie Wehklagen der Eltern, in ferne Gegenden, um sie für gute Preisezu verkaufen. Ein Berber schändete ein schönes jüdisches Mädchen inGegenwart ihrer Eltern, kehrte nach einiger Zeit zurück und stach ihrein Schwert in den Leib. Später ließ der Herrscher von Fez im ganzenLande verkünden, daß diejenigen jüdischen Kinder, welche um Nahrungs-mittel angeworben worden waren, wieder in Freiheit zu setzen seien H.

Haarsträubend sind die Schilderungen der Zeitgenossen von dengehäuften Leiden, welche die jüdisch-spanischen Verbannten überall ver-folgten. Diejenigen, welche Hunger und Pest verschont hatten, kamendurch die Hände der entmenschten Menschen um. Es hatte sich nämlichdas Gerücht verbreitet, die Juden hätten Gold und Silber, das sieaus Spanien nicht mitnehmen durften, verschluckt, um damit später ihrLeben zu fristen. Kannibalen schlitzten darum ihnen den Leib auf, umin deren Eingeweiden Goldstücke zu suchen. Die genuesischen Schiffer

*) Jbn-Verga, 8 ollsbst ckslluäa 80 . 5385. Joseph Kohen, birnsll ba-Laoba, p. 85. Der Zeitgenosse Abraham B. Samuel aus Torruticl tradirt,daß sie Anfangs rrn dem Herrscher von Fez gut ausgenommen wurden. Ersteinige Monate später brachen Schicksalsschläge über sie aus (Neubauer ^nsockotaOxov. p. 112 f.).