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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Zahlreiche aus den Gemeinden in Südspanien, die den Küstennahe waren, hatten ihre Hoffnung auf die berberischen Küstenländergesetzt, wo ein Jahrhundert vorher die dem Gemetzel von 1391 Ent-ronnenen Zuflucht gefunden hatten. Glücklich waren auch Diejenigen,welche ohne Fährnisse auf dem Meere Oran, Algier oder Bugiaerreichen konnten. Die berberischen Einwohner, welche eine Ueberfüllungihrer Städte von der großen Menge Juden fürchteten, schossen zwarbei der Landung auf die Juden und tödteten Viele von ihnen. Einan einem berberischen Hofe angesehener Jude verwendete sich aber fürseine unglücklichen Stammgenoffen beim Sultan und erwirkte ihnendie Erlaubniß, ans Land zu steigen. Doch wurden sie nicht in dieStädte gelassen wahrscheinlich weil auch unter ihnen die Pestherrschte - sondern durften sich nur Holzhütten vor den Mauern er-bauen; die Kinder sammelten Holz und die Väter fugten Bretter zuzeitweiligen Wohnungen zusammen.

Unsägliches Elend traf aber Diejenigen, welche ihr Augenmerkauf die Stadt Fez gerichtet hatten. Sie waren froh, als sie aufzwanzig Schiffen unter einem Capitain Pedro Cabran vom HafenSanta-Maria aus ostwärts steuerten. Aber als bereits der Hafenin Sicht war, bemerkten sie zu ihrem Schrecken, daß der gefürchtetePiratenhäuptling Fragoso mit seinem Kaperschiffe in der Nähe warund sie ihm zur Beute fallen und als Sklaven in die weite Weltverkauft werden würden. Indessen gelang es ihrem Anführer LeviKohen, der sich auf einem Nachen zu ihm begeben hatte, mit ihmeinen Vertrag abzuschließen, daß er sie vermöge einer großen Geld-summe unbehelligt werde landen lassen. Aber der Capitain lichteteplötzlich die Anker und suchte das offene Meer auf, und als hättensich alle Elemente gegen die Auswanderer verschworen, erhob sich einSturm, welcher drei Schiffen den Untergang brachte und die übrigensiebzehn wieder an die spanische Küste warf. Mehr als 500 Juden,in Folge solcher Unfälle dem Wahnsinn nahe, nahmen die Taufe, umdas nackte Leben zu erhalten. Die Standhaften wollten ihrer Ueber-zeugung nicht untreu werden, begaben sich wieder zu Schiffe, um überArzilla an der Westküste von Afrika, das nicht lange vorher in denBesitz von Portugal gekommen war, nach Fez zu gelangen. Der Bei)von Fez, Muley Scheich, von menschlichem, freundlichem Sinne ge-leitet, war bereit, alle Unglücklichen aufzunehmen. Er gab dem Unter-händler Führer mit, um sämmtliche Auswanderer in sein Gebiet zugeleiten. Aber unterwegs wurde die erste Truppe von wilden Berbern mit oder ohne Wissen der Führer angefallen, mißhandelt, be-raubt und die Frauen geschändet. Bei der Nachricht von diesem Un-