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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

ihn mit einem Hofamte H, wahrscheinlich im Finanzfache. Er mochtesich von Abrabanel's Erfahrung viel versprochen haben, besonders fürdie Bedürfnisse des Krieges, mit dem ihn der König von Frankreichbedrohte. Sei es aus eigenem edlen Antriebe oder auf VerwendenAbrabanel's, der König von Neapel erwies den eingewanderten Judeneine rührende Menschlichkeit, welche grell gegen die Grausamkeit derspanischen Könige abstach. Die Unglücklichen hatten nämlich mit vielenUebeln zu kämpfen, und wenn sie von einem befreit zu sein glaubten,überfiel sie ein anderes, noch schonungsloseres. Eine hinraffendeSeuche heftete sich nämlich an die Ferse der spanischen Auswandererentweder wegen ihrer trüben Gemüthsstimmung oder wegen Ueber-füllung auf den Schiffen. So schleppten sie den Tod mit sich herum.Kaum waren sie sechs Monate im Neapolitanischen angesiedelt, soraffte die Pest viele von ihnen hin. Und der König Ferdinand, welcherdavon eine Aufregung der Bevölkerung gegen die Juden befürchtete,gab ihnen einen Wink, die Leichname bei Nacht und im Stillen zubeerdigen. Als sich aber die Pestkrankheit nicht mehr vertuschen ließund jeden Tag mehr zunahm, drangen Volk und Adel in den König,sie zu verjagen. Aber Ferdinand mochte nicht auf diesen unmensch-lichen Vorschlag eingehen; er soll sogar gedroht haben, seine Kroneniederzulegen, wenn den Juden Unbill zugefügt werden sollten?). Erließ daher Krankenhäuser vor der Stadt errichten, sandte ihnen Aerzteund lieferte ihnen Unterhalt. Ein ganzes Jahr sorgte er auf einebeispiellos edle Weise für die Unglücklichen, welche Verbannung undPest in lebendige Leichen verwandelt hatten. Auch der HerzogHerkules I. von Ferrara nahm mehrere Familien auf, gewährteihnen günstige Bedingungen für ihren Aufenthalt und räumte ihnendieselbe Verkehrsfreiheit in seinem Lande ein, welche die daselbst an-gesiedelten Juden genossen. Nur den unter ihnen eingewandertenAerzten konnte er nicht ohne Weiteres die Ausübung ihrer Kunst anChristen gestatten, weil es gegen ein kanonisches Gesetz verstieße unddazu die Erlaubniß des Papstes erforderlich wäre^). Auch diejenigen,welche so glücklich waren, den Hafen von Pisa zu erreichen, fanden einebrüderliche Aufnahme. Die Söhne Jechiel's von Pisa, des altenFreundes Abrabanel's, Isaak und Samuel, hatten gewissermaßen

Abrabancl, Eint, und Schluß zum Commcnt. der Könige, vollendet Elul 11. Scpt. 1493. Chaskitu's Biographie des Isaak Abrabanel in Einl. zudes Letzteren Danicl-Commentar --r'L" 8 d. Carmolp, Biographie Abra-

banel's Oüar Xaollmock II. p. 51.

2) Elia Kapsali das.

Aktenstück in lisvno äss Ltnäss. Jahrg. XV. p. 117 f.