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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Die Ausgewanderten in Neapel.

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sonst wegen ihrer Frömmigkeit so berühmten Gemeinde von Tudelaließen sich 180 Familien taufen H.

Auch diejenigen castilianischen Juden waren noch glücklich, welche,ohne sich in trügerische Hoffnungen einzulullen, daß das Dekret derAusweisung widerrufen werden würde, den Endtermin nicht ab-gewartet, sondern sich noch vor Ablauf desselben nach Italien, Afrikaoder der Türkei begeben hatten. Denn an Gelegenheit zum Aus-wandern fehlte es ihnen nicht. Die spanischen Juden hatten damalseinen so weittragenden Klang, und ihre Vertreibung hatte so vielAufsehen in Europa gemacht, daß sich eine Menge Schiffe in denspanischen Häfen einfanden, um die Auswanderer aufzunehmen undweiter zu befördern, nicht blos einheimische, sondern auch italienischeFahrzeuge aus Genua und Venedig ^). Die Schiffseigner hatten Aus-sicht auf ein einträgliches Geschäft. Viele Juden von Aragonien,

Catalonien und Valencia hatten ein Auge auf Neapel geworfen undschickten Abgeordnete an den damaligen König Ferdinand I, um Auf-nahme zu bitten. Dieser Fürst war nicht blos frei von Vorurtheilgegen die Juden, sondern auch von einem gewissen Mitleid wegenihres Unglücks gegen sie beseelt. Ferdinand war auch ein Gönnerder Wissenschaft und ihrer Träger, beförderte Gelehrte zu Staats-geschäften und hinterließ selbst elegant geschriebene Reden und Briefe,welche ihm einen Ehrenplatz in der italienischen Literatur verschafften.Er mochte sich großen industriellen und geistigen Nutzen von derEinwanderung der spanischen Juden versprochen haben. Mag es nunaus Berechnung oder Edelmuth geschehen sein, genug, er hieß sie will-kommen und öffnete ihnen sein Land. Viele Tausende landeten nunim Hafen von Neapel (24. August 1492^) und wurden gut aus-genommen. Auch die dortigen jüdischen Gemeinden handelten brüder-lich an den Neuangekommenen, zahlten für die Armen, welche denUeberfahrtslohn nicht leisten konnten und versorgten sie mit den augen-blicklichen Bedürfnissen.

Auch Abrabanel und sein ganzes Haus waren nach Neapel aus-gewandert. Hier lebte er Anfangs als Privatmann und setzte seine inFolge des Staatsdienstes in Spanien unterbrochenen Arbeiten fort, diebiblischen Bücher der Könige zu erläutern. Als der König von Neapelvon seiner Anwesenheit erfuhr, lud er ihn zu sich ein und betraute

^roüivo äel Reino cts Navarra bei ^rnackor III. 332 N. DieAuswanderung aus Navarra erfolgte im Jahre 1498.

2) Elia Kapsali's Chronik. Kap. 70.

Das. 72.