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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

auf Navarra hatte, mit seiner Ungnade und seinem Zorne. DieBürger von Tudela blieben standhaft. Einem navarrensischen Prinzen,Jakob von Navarra, bekam indeß der Schutz schlecht, den ereinem flüchtigen Marranen gewährt hatte. Die Inquisition ließ ihnplötzlich verhaften und einkerkern und verurtheilte ihn als Feind desheiligen Officiums zu einer schändenden Ausstellung in einer Kirche,wo ihm sein Sündenregister öffentlich vorgelesen und ihm nur dieAbsolution verheißen wurde, wenn er sich Geißelhieben von Priester-hand unterwerfen würde H.

Nach Tudela hatten sich Juden aus Saragossa und andernnordspanischcn Städten mit der Bitte gewendet, ihnen die Ein-wanderung zu gestatten, und hatten auf einen freundlichen Bescheidgerechnet. Das Königspaar Juan d'Albert und Catharinaschien ihrer Aufnahme geneigt zu sein. Aber die Städter warenbereits von Judenhaß so sehr erfüllt, daß sie sich der Einwanderungwidersetzen wollten. Die Bürger von Tudela fragten die vonTofalla an, welchen Entschluß sie darüber fassen werden. DerRath von -Tofalla hatte aber bereits mit der That geantwortet. Erhatte bereits einige caftilianische Juden ausgewiesen, welche sich dortheimlich eingeschlichen hatten. Die Tofallenser erwiderten in diesemSinne an die Tudelenser (Juni 1492): Man sollte dem Herrscher-paare erklären, es sei gegen den Dienst Gottes und würde demLande zum Verderben gereichen, wenn die Juden zugelassen würden.Das Unglück, welches die jüdischen Castilianer betroffen, sei einewohlverdiente Strafe Gottes, die man nicht abwenden dürfe. Siewürden keinem einzigen Juden Aufnahme gewähren, und es wäre recht,mit vereinten Kräften selbst dem Herrscherpaar gegenüber Wider-stand zu leisten 2 ). Indessen sind doch etwa 12,000 caftilianischeAuswanderer in Navarra zugelassen worden. Die Meisten nahmwohl der Graf von Le rin auf. Aber sie genossen nur wenigeJahre Ruhe in Navarra. Denn auf das ungestüme Drängen desKönigs Fernando, welcher die Ausgewiesenen mit bitterem Ingrimmverfolgte, stellte ihnen auch der König von Navarra die unglücklicheWahl zwischen Auswandern und Taufen. Die Meisten gingen zumChristenthum über, weil ihnen nur eine kurze Zeit zur Vorbereitungund keine Zeit zum besonnenen Ueberlegen gelassen war. In der

') Llorente, üistoirs äs ^Inquisition sn blspNAne III. p. 2 I. äanAuasv Niranäa, Oissionario äs las ^.ntiAunäaäss äs Uavarrs, II. p. 85 tk.

2) äanAuas a. a. O. II. 120. Bei Kaiserling, Geschichte der Juden vonNavarra x. 212, Beilage I-.