Die Marranen in Spanien.
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sichtig eingetrieben hatte Z. Aber die Marranen mußten jetzt nochmehr als früher auf ihrer Hut sein, durften nicht gegen das Ge-ringste verstoßen, mußten um so eifriger sich bekreuzen, Rosenkränzezählen und Paternoster murmeln, je anhänglicher sie in ihrem Innerndem Judenthume waren. Manchmal war ihre Empfindung stärkerals ihr Wille, durchbrach den Damm der Lippe und wurde zu einerfolgenschweren That, wie bei jenem Marranen in Sevilla 2), der beimAnblick eines nachgebildeten Leibes, der Jesus vorstellen sollte, undzur Anbetung in der Kirche erhoben wurde, ausrief: „Wehe, wer soetwas sehen, so etwas glauben muß!" Oder wie jener Marrane inLissabon vor einem wunderthätigen Crucifix, das zur Zeit einer Dürrevon allem Volk wegen seines feuersprühenden Glanzes auf den Knieenangebetet wurde, die ironische Bemerkung nicht unterdrücken konnte:„das Bild sollte lieber seine Wunderthätigkeit mit Wasser beweisen."Solche Aeußerungen in unbewachten Augenblicken gaben natürlich diebeste Gelegenheit für Untersuchung, Einkerkerung, Folter und ^utoscka nicht blos an dem auf frischer That ertappten Marranen,
sondern auch an seinen Verwandten, Freunden und allen denjenigenseines Geschlechtes, die Vermögen besaßen. Es war ohnehin dem,durch den öfteren Anblick der Todesqualen der Schlachtopfer ab-gestumpften Volke ein Bedürfniß geworden, von Zeit zu Zeit öfterfeierliche Schauspiele von Menschenopfern zu sehen. Es ist dahergar nicht zu erstaunen, wenn unter dem ersten GeneralinquisitorThomas deTorquemada in vierzehn Jahren so viele Tausendeals unbußfertige Sünder verbrannt worden sind ^). Freilich war erso verhaßt, daß er in steter Todesfurcht lebte. Auf seinem Tischehatte er ein Einhorn, dem der Aberglaube jener Zeit die Kraft zu-schrieb, die Wirkung der Gifte aufzuheben. Ging Torquemada aus,
1) Urkunde b. Llorentc das. IV. p. 377 ff. Klage des Ministers.Inan äslmeenubeim Könige Fernando vom 26. Dec. 1503 (p. 880): Osrtiüso a Vnestra XltSWa,qus si äs äuäios (sonvsisos) no, no 88 posidls qus äs otri sea tsstiAuuäo;^ äs äuäios vo ms inaravillo, porqns soino snsiniAos nnsstros Io Iran keoboä sansu äs In sxpnlsion äsllos, Irr qnal toäo atriduian ä rat, ^ n«muss. qus sl äielro ini lisrinano Ins uno° äs los oornlsaiios äsputaäos porV. L. pnrn osupar los dlsnss äsllos . . . v ss sonfurnron para kavernöskalso tsstiwonio . . ^ es nnr)' pudlieo sn ssta siuäaä.
2 ) Jbn-Vcrga Lelieliet äslruäa Xo. 64 p. 96.
°) Llorentc a. a. O. I. x. 272tk. und IV. x. 242 tk. gicbt die Zahl derVerbrannten auf 8000 an. Die Berechnung ist aber nicht stichhaltig. Marianabist. 0. XXIV 6ap. 17 gicbt folgende Zahlen: X lorquemaäa sälstis proposita sps venias lioiniuss xroinissnas aetatis, ssxus, oonäitionis aäässsin st ssptsnr nailila nitro srinriua oonksssantes rnsinorat, äuoinilliu srsrnatos iAiis.
Gractz, Geschichte der Juden. VIII.
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