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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

thums, viele Judenchristen oder Neuchristen. Sie hatten ihren ab-ziehenden Brüdern eifrigen Beistand geleistet. Viele von ihnen hattenGold und Silber von den Auswanderern in Empfang genommen undes ihnen bei Gelegenheit durch zuverlässige Personen nachgeschickt oderverwahrt i), oder dafür Wechsel für auswärtige Plätze ausgestellt.Diese Vorschubleistung war oft trügerisch. Denn als das fanatische

Königspaar Kunde davon erhielt, ließ es die hinterlegten Werthsachenaufsuchen und mit Beschlag belegen und suchte die Zahlung der Wechselzu Hintertreiben. Einige ausgewanderte Juden hatten sich einen

Schuldschein auf die Summe von 428,000 Maravedis auf einen inLondon wohnenden Spanier Diego de Soria ausstellen lassen,und da dieser die Zahlung verweigerte, hatten sie durch das englischeGericht Beschlag auf dessen Vermögen legen lassen. Dieser beklagtesich darüber bei Fernando und Jsabella, und sie hatten nichts Eiligereszu thun, als den spanischen Gesandten in London zu ermächtigen, sich

in ihrem Namen bei dem König Heinrich VII. zu verwenden, daß

die Pfändung des Diego aufgehoben werden möge, und dem Königans Herz zu legen, daß er ihnen damit einen besonderen Dienst er-weisen würde. Die jüdischen Gläubiger, das machten sie geltend,

hätten das Recht auf Einziehung dieser Summe verwirkt, weil sieverbotene Güter bei ihrer Auswanderung ausgeführt hätten 2).

Indessen, wie groß auch die Hindernisse waren, manche Marranenerkalteten nicht in ihrem Eifer für ihre vertriebenen Stammgenossen.Sie verfolgten diejenigen, welche sich unmenschlicher Härte gegen dieAuswanderer schuldig gemacht hatten, mit unerbittlichem Hasse undüberlieferten sie dem Ketzergerichte das Werkzeug gegen die Ur-heber kehrend. Auf Betrieb der Marranen wurde der Bruder des

mächtigen Ministers Fernando's, des Don Juan de Lucena, ineinen Jnquisitionskerker geworfen und unter strengem Gewahrsam ge-halten, und keiner seiner Verwandten wurde zu ihm gelassen, weilder Minister (dem die Inquisition wegen seines eximirten Standesnicht beikommen konnte) die Verbannung der Juden gerathen undbetrieben und sein Bruder die hinterlassenen Güter derselben unnach-

Urkunde von Fernando und Jsabella vom 12. Sept. 1492 bei Llorcntc. B. -4.ppeuäix p. 371: . . . SN sl ^.rrolnspaäo äs ll'olsäo damals psrguisaversa äs las psrsonas, gus contra, uuestro vsäamisnto Iian sasaäo äsnusstros rsvnos äinsro, s oro s plato s rnonsäa, o otras cosas vsäaäas,gus sran äs los äuäios gus . . . sallsron äs nusstros Us)uos ^ Io tlsusnguaräaäo äs sllos para lo sacar sts.

2) Bcrgcnrath, Lalsnäsr ol lstters sts. I. c. UI aus dem Urclüvo gsusralä.s la sorona äs Aragon. Das Schreiben des Königspaarcs an den spanischenGesandten datirt August 1494.