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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Die Auswanderung.

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daß ihre Städte und Plätze bedeutungslos und menschenleer gewordenseien, und bemerkten, wenn sie die nachtheiligen Folgen hätten ahnenkönnen, würden sie sich dem königlichen Befehle widersetzt Habens.Der Mangel an Aerzten stellte sich zunächst ein. Die Stadt Vitoriamit der Umgegend war genöthigt nach dem Abzug der Juden, einenArzt aus der Ferne kommen zu lassen und ihm einen hohen Jahres-gehalt auszusetzen-), oder die Bevölkerung fiel in Krankheitsfällen denmenschenhinraffenden Quacksalbern, aufschneiderischen Pfuschern oderdem Aberglauben betrügerischer oder selbstbetrogener Beschwörer indie Hände. Mit einem Worte Spanien ging durch die Vertreibungder Juden der Barbarei entgegen, und das Geld, welches die Anlegungder amerikanischen Colonien nach dem Mutterland führte, trug nurdazu bei, die Einwohner träger, dümmer und knechtischer zu machen.Der Name Jude schwand immer mehr aus dem Lande, wo dieser Volks-stamm eine so gewichtige Rolle gespielt hatte, und dessen Literaturmit jüdischen Elementen so sehr geschwängert war, daß die Männerder Bildung immer wieder an die Juden erinnert wurden. Lehr-häuser, Hospitäler, wie überhaupt Alles, was die Juden bei ihrerAuswanderung nicht mitnehmen konnten oder durften, ließ der Königfür den Fiskus einziehen und verwandelte die Gebethäuser in Kirchen,Klöster oder Schulen, in welchen das Volk verdummt und zuknechtischer Unterthänigkeit abgerichtet wurde. Die prachtvolle Synagogein Toledo, welche der jüdische Staatsmann Don Pedro's, SamuelAbulafia, erbaut hatte, wurde anderthalb Jahrhunderte seit ihremBestände in eine Kirche (äs nusskra LsLora äs san Lsnito oderäsl Mansito) verwandelt und bildet noch heute mit ihrem maurischenStyle, ihren zierlichen Säulen und ihren weiten Räumen eine Zierdedieser Stadt ^). Aber in den übrigen Städten Spaniens, die in derErinnerung der jüdischen Geschichte und bei den Nachkommen derVertriebenen in strahlender Glorie fortlebten: in Sevilla, Granada,Cordova, in dem judenreichen Lucena, in Saragossa und Barcelona,verlor sich jede Spur vom einstigen Aufenthalte der Söhne Jakob'soder des judäischen Adels (wie die stolzen Juden Spaniens behaupten).Zwar blieben noch Juden zurück, Juden mit der Maske des Christen-

H Iniaunsl ^.boad a. a. O- p. 295.

2) Urkunden bei I^anäg^uri ^inaäor III. 410 N. Oouossieiiäo lg, nssss-siäaä sn gns lg Oinäaä (Vitoria) ö sn terra s eonrareas estada äs Visioosxor la iäa ä adssnsia äs los änäios s Visisos äs 1a einäaä. DerRath klagte schon ein Jahr nach der Vertreibung der Juden: äs dadsr sssase?äs dlsäieos por la iäa e adssnsia äs los äuäios.

->) Vcrgl. B. VII.., S. 393.