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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Spanien hatte aber damals wegen seines vorherrschend ritterlichenund kirchlichen Charakters keine Welthandelsplätze, wo Wechselpapiereim Werthe gewesen wären, wie in Italien. Das Geschäft im Großenwar meistens in Händen der Juden und der Neuchristen und dieLetztem waren aus Furcht vor der Inquisition gezwungen, sich vonihren Stammgenossen fern zu halten. Diejenigen, welche Grundstückehatten, mußten sie um einen Schleuderpreis losschlagen, weil sichkein Käufer fand, und mußten bei Christen betteln, ihnen dafür nurdie geringste Werthsache zu geben. Ein Zeitgenosse, AndreasBernaldez, Pfarrer von Los Palacios, berichtet: daß die schönstenHäuser und die prachtvollsten Landgüter der Juden um einige Kleinig-keit verkauft wurden. Ein Haus wurde um einen Esel und einWeinberg um ein Stück Tuch oder Leinwand verschleudert ^). Sozerrannen die Reichthümer der spanischen Juden in Nichts undkonnten ihnen in den Tagen der Noth nicht helfen. In Aragonien,Catalonien und Valencia erging es ihnen noch schlimmer. Torque-mada, welcher bei dieser Gelegenheit seine bis dahin erwieseneUnmenschlichkeit noch übertreffen wollte, untersagte den Christen jedenVerkehr mit ihnen. In diesen Ländern ließ der König Fernando aufdas Eigenthum der Ausgewiesenen Beschlag legen, damit davon nichtblos ihre Schulden gedeckt, sondern auch die Ansprüche, welche dieKlöster an sie zu haben vorgaben, befriedigt würden 2). Auch diesesteuflische Mittel wollte er zum Zwecke der Kirche gebrauchen. DieJuden sollten zur Verzweiflung getrieben werden und sich an dasKreuz anklammern. Torquemada machte es daher den Dominikanernzur Pflicht, ihnen überall das Christenthum zu predigen und sie auf-zufordern, die Taufe zu empfangen und im Lande zu bleiben.Dagegen ermahnten die Rabbiner die Gemeinden, im Glauben stand-haft auszuharren, die Trübsale als Prüfungen hinzunehmen undihrem Gott zu vertrauen, der ihnen so oft in Nöthen beigestanden ^).Es bedurfte aber gar nicht der feurigen Ermahnung von Seiten derRabbinen. Einer ermuthigte den Andern zur Treue und Stand-haftigkeit für das Judenthum.Lasset uns stark sein", so sprachensie zu einander,für unsere Religion und für die Lehre unsrerVäter vor den Lästerern und Feinden. Wenn sie uns leben lassen,werden wir leben, wenn sie uns tödten, werden wir sterben. Wirwollen den Bund unsres Gottes nicht entweihen, unser Herz soll nicht

Z Bernaldez Chronik citirt von allen Geschichtsschreibern dieser Epoche.2 ) 2nrita, ^nnalss äs ^.i-sAon V. p. 9.

Bernaldez.