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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Bendito Garcia.

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oder einem Orte anzugeben vermochte. Das Jnquisitionsgericht wußtesich aber zu helfen, um Scheinbeweise für die Schuld zu haben. Alseiner der jüdischen Angeklagten schwer erkrankt war und einen jüdischenBeistand wünschte, der mit ihm die Sterbegebete sprechen sollte, schickteihm die Inquisition einen Mönch als Rabbiner verkleidet. DieserSpion und auch der den Kranken behandelnde Arzt legten ihm ver-fängliche Fragen vor, deren Beantwortung als ein Geständnis; hätteangenommen werden können. Aber als Hauptmittel wendete die In-quisition die Folter an, die an sämmtlichen Angeklagten angewendetwurde und selbst ohne Schonung an einem Achtzigjährigen. Die beimersten Male standhaft geblieben waren, wurden zwei und mehrereMal mit Vermehrung der Schmerzen gefoltert. Die Geständnisse,welche die Gequälten unter der Folter auf ihnen vorgelegte Fragenausgesagt haben, wurden uiedergeschrieben. Es war auch in derFragestellung dafür gesorgt, daß der Gefolterte nicht blos sich, sondernauch den einen oder den andern Mitangeklagten beschuldigte. Sohatte das Blutgericht nun Beweise über Beweise, daß einige Judenund darunter ein ganz junger Schuhmacher und sein achtzigjähriger Vatermehrere Christen zur Verleugnung des Christenthums verführt, daß sämmt-liche Angeklagte ein Kind zur Verhöhnung Jesu gemartert und getödtetund eine geweihte Hostie geschändet hatten. Alle wurden zum Tode verur-theilt, die Juden wurden bei lebendigem Leibe verbrannt und die Christen,weil sie Zeichen der Reue gegeben, vorher durch Erstickung getödtet.

Nun galt es, Kapital aus diesem Proceß von der Tödtung desheiligen Kindes von La-Guardia" mit den sie begleitenden Umständenzu schlagen, damit alle Christgläubigen und auch das Königspaar dieFrevelthaten erfahren möge. Zu diesem Zwecke wurde eilig einBericht von dem Proceß, den: Geständniß des Einen der Angeklagten,auf welches viel Gewicht gelegt wurde, und von der Hinrichtungsämmtlicher Angeklagten versendet mit der Ermahnung, daß dieserBericht in den Kirchen von der Kanzel verlesen werde. Den Bewohnerndes Städtchens von La-Guardia, welche unter einander ihren Unglaubenan dem Processe zuflüsterten, da in ihrer Mitte und ihrer Nähe

kein Kind vermißt worden, wurde ans Gewissen gelegt, einen FleckenErde in ihrer Nähe, in welchem die Gebeine des Kindes vielleicht

begraben sein könnten die Gebeine eines erdichteten Phantoms

ungepflügt und geweiht zu lassen, weil von ihm aus sich noch Wunderereignen könnten. Torquemada ließ gar diesen Bericht für die

Catalonier, welche einen Groll gegen die Inquisition hatten und noch1487 Widerstand gegen deren Einführung entgegengesetzt hatten ^), ini) Llorente I. p. 211.