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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

spanische Königspaar beschloß aber die Verbannung der Juden ohnedie päpstliche Zustimmung.

Um das letzte Bedenken des Königspaares über eine Maßregelvon solcher Tragweite zu überwinden, wurde von den Drahtzieherndes Jnquisitionstribunals ein Proceß in Scene gesetzt, der, auf Lugund Trug beruhend, einen solchen Ausgang nehmen sollte, daß alleChristgläubigen einen Schauder über die an den Tag getretenenUnthaten der Juden und judaisirenden Marranen empfinden müßten,und der allen die Ueberzeugung von der Gefährlichkeit des Verkehrsder Neuchristen mit den Juden beibringen sollte. Es sollte nahe gelegtwerden, daß, so lange Juden im Lande wohnen würden, Grauenerregende Lästerungen gegen die Grundlehren des ChristenglaubensVorkommen würden. So geschickt war dieser aus einem Lügengewebegesponnene Proceß veranstaltet und geleitet, daß das Schuldbekennt-niß an erdichteten Unthaten einiger unschuldig Verurteilten mehrereJahrhunderte als erwiesen galt und noch heutigen Tages selbst vonUrteilsfähigen geglaubt wird. Der Proceß, welcher sich anderthalbJahre hinzog (Juni 1490November 1491) wurde damit eingeleitet,daß sechs Neuchristen und drei Juden in Kerkerhaft der Inquisitiongebracht und von dem Ankläger vor diesem wegen seiner Unmenschlich-keit berüchtigten Tribunal der schwersten Verbrechen beschuldigt wurden:Daß die verhafteten Juden ihre neuchristlichen Genossen zum Judai-siren und zur Lästerung gegen Christus, seine Mutter und die christ-lichen Sakramente verleitet, daß sämmtliche Angeklagte einem Kindevon drei Jahren dieselben Martern angethan, wie ehemals die Judenan Jesus und es zuletzt umgebracht, daß sie ihm das Herz aus-geschnitten, daß sie sich eine geweihte Hostie verschafft und endlich,daß sie mit dem Herzen des Kindes und der Hostie ein Zaubermittelbereitet hätten, um die Thätigkeit der Inquisitoren zu lähmen, jaihnen den Tod beizubringen und gar sämmtliche Christen zu ver-tilgen. Alle diese Anklagen waren eng verknüpft mit der Unthat andemheiligen Kinde von La Guardia" H. Der General-Inquisitor Torquemada übergab die Untersuchung seinen Untergebenen.Da die Angeklagten alles leugneten und kein Zeuge oder sonst ein ver-dächtiger Umstand sie Lügen strafte, so hätte sie jedes andere Gerichtfreilassen müssen, zumal die Anklage wegen des Kindes sich als eineaugenfällige Erfindung aufdrängte, da keine Mutter ein solches vermißthatte, der Ankläger selbst nicht dessen Zugehörigkeit zu einer Familie

Könige, auf das katholische Königspaar, paßt. Manche Züge sind aber sagen-haft ausgejchmückt.

*) Vergl. darüber Note 11.