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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Familie, der zu den Seltenheiten seiner Zeit gehörte; denn er hatteneben dem Talmudstudium und hebräischer Sprachkunde noch Interessefür Geschichte und Poesie, war selbst Dichter und sang auch Liebeslieder:Die Holde auf meinem Schooße,

Die Harfe auf ihrem Schooße,

So singt sic mich zu Tode."

In dem arabisch redenden Theile Spaniens geboren und erzogen, warSaadia Jbn-Danan wenig berührt von der düster religiösen Stimmung,welche, mit Ankunft der Ascheriden im christlichen Spanien hervor-gerufen und durch die Verfolgungen genährt, sich immer mehr derGemüther bemächtigt hatte. Er bildete noch einen Nachhall aus derschönen Zeit Jehuda Halevi's und Jbn-Esra's. Der freudenfeindlicheRabbinismus und die finstere Ueberfrömmigkeit hatte sich noch nichtwie Bleigewicht an seine Seele gehängt und den Flug seiner Phantasiegelähmt. Saadia Jbn-Danan stellte die Poesie sehr hoch und achtetedie Dichter als halbe Propheten und als vollgültige Prophetensogar, wenn ihre Muse sich in den Dienst der Religion begiebt. AberVersmaaß und Reim, diese Mittel der neuhebräischen Poesie, schienenihm weniger nothwendig, da sie die biblische Poesie nicht kennt. Wieauf die Dichtkunst, so legte er auch Werth auf die Kenntnis; derjüdischen Geschichte. Für Jünger arbeitete Saadia Jbn-Danan einen

kurzen Ueberblick aus über die israelitischen und jüdischen Könige vonSaul bis Herodes und Bar-Kocheba mit Berücksichtigung der Zeit-rechnung und eben so über die Reihenfolge der Uebcrlieferer von demMischnah-Sammler Jehuda Naßi bis Maimuni, immer mit chrono-logischen Angaben i), so weit er sie aus Quellen ermitteln konnte.

Die Inquisition mit ihrer Mordwuth gab Saadia Jbn-DananVeranlassung zu einer gutachtlich-rabbinischen Entscheidung. EinMarrane, dessen Vorfahren fast ein Jahrhundert vorher durch Zwangzum Christenthum übergetreten waren, war aus Castilien nach Malagaentflohen, hatte sich dort zum Judenthume bekannt, geheirathet undwar bald darauf kinderlos gestorben. Es war nun zweifelhaft, obseine Ehe als eine von einem geborenen Juden oder als eine voneinem Proselyten eingegangene zu betrachten, ob die HinterbliebeneWittwe an die Schwagerehe mit den im Christenthume oder Schein-christenthume lebenden Brüdern des Verstorbenen gebunden sei. Alsein Unberufener sich dafür ausgesprochen hatte, daß die Neuchristengesetzlich durchweg als Abtrünnige vom Judenthum zu behandelnseien, trat Saadia Jbn-Danan dem mit aller Entschiedenheit entgegen

1) Rsspp. onn 18 L Iso. 225 (auch die übrigen Piecen bis zum Schlüssegehören Saadia I. D. an) und bei Edelmann a. a. O. p. 25 f.