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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Die Juden in Spanien.

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Erläuterung der beiden Bücher Sainuel's vollenden. Gewiß war keiner,wie Abrabanel, befähigt, gerade dieses biblisch-geschichtliche Schriftthumauszulegen. Er hatte neben Sprachkenntnis; seltene Welterfahrung undrichtige Einsicht in politische Verhältnisse und Verwickelungen, welchedurchaus nöthig sind, um manche Dunkelheit in der biblischen Darstellungaufzuhellen, manche Lücken auszufüllen, und namentlich in dem Verlaufeder Begebenheiten zwischen den Zeilen lesen zu können. Auch hatteer vor anderen Schrifterklärern voraus, daß er auch christlich-exegetischeSchriften des Hieronymus, Nikolaus de Lyra und selbst des getauftenPaulus von Burgos benutzen konnte, und er hat das Werthvolle vonihnen ausgenommen. Abrabanel hat daher in diesen Commentarieneiniges Licht über manche dunkle Punkte verbreitet. Auf den Gang derPolitik der israelitischen Richter und Könige, auf die Stufenleiter der Be-amtenwelt, wie sie in den biblischen Schriften verzeichnet sind, auf dasMünzwesen und auch auf noch manches Andere, was den älteren Commen-tatoren als Nebensache erschien, richtete er gerade sein Hauptaugenmerk.Er ließ überhaupt diesen Schriften eine wissenschaftliche Behandlung zuTheil werden, brachte Ordnung hinein, schickte jedem Buche eine lichtvolleEinleitung und Inhaltsangabe voran ein Verfahren, das er den christ-lichen Gelehrten abgesehen und geschickt angewendet hat. Wenn Abrabanelnicht so weitschweifig und gedehnt geschrieben und nicht die Maniergehabt hätte, jedem Bibelabschnitt eine Reihe von oft überflüssigen Fragenvoranzuschicken Z, so wären wohl seine Auslegungsschriften volks-thümlicher geworden oder hätten es wenigstens verdient. Freilich hätteer dann auch nicht über seinen Stand hinausgehen dürfen, um sichauch in philosophische Untersuchungen einzulassen. Je weniger Ver-ständniß er dafür hatte, desto mehr verbreitete er sich darüber.Abrabanel nahm den gläubigen Standpunkt der nachmanisch-chasdalschenRichtung ein und konnte darin auch nur breitgetretene Gemeinplätzeauftischen. Er hatte nicht einmal die Duldung, ein freies Wort überdas Judenthum und seine Glaubenslehren ruhig anzuhören, verketzertedie Forschungen Albalag's, Kaspi's, Narboni's und Samuel Zarza'sund that ihnen gar den Schimpf an, sie mit dem gewissenlosen Apo-staten Abner-Alfonso de Valladolid auf eine Linie zu stellen^). Auch

Carmoly hat überzeugend nachgewiescn, daß Abrabanel Plagiate anBibago und an Isaak Arama begangen hat (Oemr Nselnuaä III. p. 54fg.). Einwichtiges Urtheil über Abrabancl's schriftstellerische Art hat der sabbatianischcKabbalist Jona Salvador, Lehrer des Richard Simon, gefällt (I-sttrsselloisiss äs Riell. 8iiuou III. 2, p. 11). tjuanä js lui (ä ckona 8alvaäor)a> parls äs ^barlmnsl somins ä'un eomrusutatsur sxaet, . . it in' atsinolAuö gus e'stait un pur eoiupilateur et ballillarä.

2) Josua-Commcnlar zu e. 10 und öfter in seinen Schriften.