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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Isaak Abrabanel.

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Granden zu entledigen, um ein selbstständiges, absolutes Königthumzu schaffen. Zunächst hatte er es auf den Herzog Fernando vonBraganza abgesehen, der selbst von königlichem Geblüte fast ebenso mächtig, angesehen und jedenfalls beliebter als der König war.Ihn und seine Brüder, denen er persönlich gram war, wollte Don

JoLo II. aus dem Wege räumen. Während er den Herzog von

Braganza liebkoste, ließ er eine Anklageschrift gegen ihn zusammen-

stellen, als habe dieser ein verrätherisches Einverständniß mit demspanischen Königspaar unterhalten, dessen Richtigkeit noch heute nichtgenügend ermittelt ist. Er verhaftete ihn mit einem Judaskusse,

machte ihm den Proceß als Landesverräther, ließ ihn enthaupten undzog seine ausgedehnten Besitzungen ein (Juni 1483). Seine Brüdermußten die Flucht ergreifen, um nicht demselben Geschicke zu verfallen.Da Isaak Abrabanel in Freundschaft mit dem Herzog von Braganzaund dessen Brüdern lebte, so faßte der König JoLo auch gegen ihnArgwohn, daß er von dem angeblichen Verschwörungsplan Kunde ge-habt hätte; Feinde des jüdischen Staatsmannes bestärkten ihn nur nochdarin. Der König ließ ihm demgemäß einen Befehl zustellen, sich zuihm zu verfügen. Nichts Arges ahnend, war Abrabanel im Begriffedem Befehle Folge zu leisten, als ihm ein unbekannter Freund denWeg vertrat, ihm mittheilte, daß es auch auf sein Leben abgesehenwäre, und ihm zur eiligsten Flucht rieth. Durch das Schicksal desHerzogs von Braganza gewarnt, befolgte Abrabanel den Rath desFreundes und entfloh nach Spanien. Der König ließ ihn zwar durchReiter verfolgen, sie konnten ihn aber nicht erreichen. So gelangteer sicher zur spanischen Grenze. In einem demüthigen, aber männlichgehaltenen Schreiben betheuerte er seine Unschuld an dem ihm zurLast gelegten Verbrechen und sprach auch den Herzog von Braganzavon jeder Schuld freiH. Der argwöhnische Despot, welcher der

i) Einl. zum Josua- und zum Königc-Commentar. Sagenhaft ist gewißdie Nachricht (in Gavison's isix p. 21 cf.): daß die portugiesischen

Granden Abrabanel aufgefordcrt hätten, sich an einer Verschwörung gegen dasLeben des Königs zu bctheiligcn, und daß er, von ihnen gedrängt, seine Unter-schrift unter die Liste der Verschworenen zu zeichnen, sie in zweideutiger Fassunggesetzt hätte: p u v v'iww wm 'e>, d. h. 8s os

sendoiss axslavar, en no (das Wort dasich entfliehe" bedeuten soll,kann ich nicht enträtseln, vielleicht von ackugir tügir) d. h.wenn die Herreneinverstanden sind, so entziehe ich mich nicht". Dann habe er einen Thcil seinesVermögens in seinem Hause vergraben, einen Thcil eingesteckt, alle die ScinigenSöhne und Tochter mitgenommen und die Flucht auf Pferden und Maul-eseln angetreten, deren Hufeisen verkehrt angeschlagen gewesen wären, um dieVerfolger irre zu führen. So sei er mit den Seinigcn nach Spanien entflohen.Der portugiesische König habe aber an den spanischen geschrieben, Abrabanel des