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Geschichte der Juden.
war, empfand noch tieferes Mitleid mit den Unglücklichen seinesStammes. Als Affonso die Hafenstadt Arzilla in Afrika eroberte,brachten die Krieger unter vielen tausend gefangenen Mauren 250Juden, welche als Sklaven im ganzen Königreiche verkauft wurden.Juden und Jüdinnen zur elenden Sklaverei verdammt zu wissen,ertrug Abrabanel's Herz nicht. Auf seine Veranlassung trat einComilö von zwölf Gemeindegliedern in Lissabon zusammen undsammelte Gelder. Er mit noch einem Collegen reiste darauf im ganzenLande umher und erlöste die jüdischen Sklaven, öfter um einen hohenPreis. Damit war es aber noch nicht abgethan. Die losgekauftenJuden und Jüdinnen, Erwachsene und Kinder, mußten bekleidet, unter-gebracht und erhalten werden, bis sie die Landessprache erlernt habenund für sich selbst zu sorgen im Stande sein würden.
Als der König Affonso eine Gesandtschaft an den PapstSixtus IV. schickte, um ihm zu dessen Inthronisation zu gratulirenund ihm seinen Sieg über die Mauren Afrika's anzuzeigen, dabeisich auch der Doctor Jo So Sczira befand, der mit Abrabanel einHerz und eine Seele war, nahm er ihm das heilige Versprechen ab, mitdem Papst zu Gunsten der Juden zu verhandeln. Er bat daher seinenitalienischen Freund, Jechiel von Pisa, sich gegen JoLo Seziraauf jede Weise gefällig zu zeigen und ihm sowohl, wie dem Haupt-gesandten, Lopo de Almeida, zu erkennen zu geben, wie angenehmden italienischen Juden die Nachricht von der Gunst des KönigsAffonso für die Juden sei, damit sich dieser und seine Dienerdadurch geschmeichelt fühlen sollten'). So that Abrabanel Alles,was in seinem Bereiche lag, für seine Glaubens- und Stammgenossenzu wirken.
Aus seinem Glücke, das er mit einer tugendhaften und ge-bildeten Frau und drei begabten Söhnen: Juda Leon, Isaakund Samuel, genoß, rissen ihn die politischen Vorgänge inPortugal. Sein Gönner Affonso V. war gestorben, und den Thronbestieg dessen Sohn JoZo II. (1481 — 1495), seinem Vaterdurchweg unähnlich, von stärkerer Willenskraft, harter Gemüthsartund voller Verstellungskunst, der bereits beim Leben seines Vatersgekrönt worden war und eine finstere Miene machte, als Affonso,der Todtgeglaubte, plötzlich wieder in Portugal lebend eingetroffenwar. Joäo II. befolgte die Politik seines Zeitgenossen, des gewissen-losen Königs Ludwig XI. von Frankreich, sich der portugiesischen
st Carmoly, das. p. 68. Bon der Gesandtschaft des Lopo d'Almcida imJahr 1472 vergl. de Pina, Lroniea cis ^tkonso V. a. 168.