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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Die beiden Jbn-Jachja.

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stand dessen Bruder Joseph Jbn-Jachja (geb. 1424 gest. in Ferrara1498 i); er war einer der vertrauten Räthe Affonso's. Obwohl, wiees scheint, der jüdischen Literatur nicht sehr kundig, fördert sie JosephJbn-Jachja vielfach mit seinem reichen Vermögen. Der König Affonso,welcher ein Freund der Gelehrsamkeit war und Religionsgesprächeliebte, legte einst seinem Günstling verfängliche Fragen vor^), diedieser muthig, aber nicht immer geschickt beantwortete. Die Fragenwaren: Warum die Juden nicht anerkennen, daß Jesus eine Gottheitoder wenigstens ein Theil derselben sei, da er doch so viele Wunderverrichtet habe. Don Joseph sollte ferner den Beweis führen, in wiefern das Judenthum eine Offenbarung für alle Zeiten sei und vonkeiner neuen außer Kraft gesetzt werden könne. Endlich wennZauberei ein Unding sei und auf Täuschung beruhe, warum denn dasmosaische Gesetz Strafe darüber verhängt hat. Affonso fragte ihnauch, ob, nach der Ansicht der Juden, das Gebet eines Christen Gehörbei der Gottheit fände, was Joseph Jbn-Jachja unbedingt bejahte,mußte sich aber eine Zurechtweisung vom König gefallen lassen, daßeinige Talmudisten das Entgegengesetzte lehrten. Er machte ihmauch Vorwürfe darüber, daß er vielleicht damals GroßrabbinerMänner und Frauen nicht davon zurückhielt, sich in augenaufreißendenStaat zu werfen. Das Volk sei dadurch zum Glauben berechtigt,die von Seide und Schmuck strotzenden Juden hätten ihren Luxus

vom Raube, an den Christen begangen.Ich verlange keine Antwortvon Dir," bemerkte der König:denn ich weiß, nur eine Plünderungoder der gewaltsame Tod wird euch bessern." Auch im vollen Becherfehlte den Juden der Wermuthstropfen nicht. Die Cortes nahmenauch dem Könige Affonso seine Judenfreundlichkeit übel und machtenöfter Anträge, die Juden nach den kanonischen und Landesgesetzen zubeschränken.

So lange Isaak Abrabanel die Gunst des Königs genoß, war

er für seine StammgenossenSchild und Mauer, rettete die Duldervor der Gewalt ihrer Widersacher, heilte die Risse und wehrte diegrimmigen Löwen von ihnen ab," wie ihn sein dichterischer SohnJuda Leon schildert"). Er, der ein warmes Herz für alle Leidendenhatte, der den Weisen ein Vater und den Trauernden ein Tröster

') Das. S9l> und Carmoly, a. a. O- x. 14f. 27 unten f., wo auch sein

Zeitalter angegeben ist nach der Einleitung in im .n-n.i des Joseph Jbn-Jachja IV.

-) Jbn-Vcrga, Loüedet ckeliuäs. dio. 65. Der Dialog trägt alle Merk-male der Echtheit an sich: vergl. auch das. Nr. 32 p. 61 ff.

") Juda Lcon's Gedicht vor Abrabancl's Commcntar zu den Propheten.