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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Don Isaak b. Juda Abrabanel (geb. in Lissabon 1437gest. in Venedig 1508 beschließt würdig die Reihe der jüdischenStaatsmänner in Spanien, welche, mit Chasdal Jbn-Schaprut be-ginnend, ihren Namen und ihre Stellung zum Schutze ihrer Stamm-genossen verwerthet haben. Seine Abstammung vom königlich davidischenHause, deren sich die Abrabanels rühmten und die ihnen auchunangefochten eingeräumt wurde wollten die Zeitgenossen in demAdel seiner Gesinnung erkennen. Sein Großvater Samuel Abrabanel,der während der Verfolgung von 1391 wahrscheinlich nur für kurzeZeit sich zum Schein die Taufe gefallen ließ, war ebenfalls einhochherziger, freigebiger Mann und unterstützte die jüdische Wissenschaftund ihre Träger. Von seinem Vater Juda ist aber wenig bekannt.Er war Schatzmeister eines Portugiesischen Prinzen, sehr reich undsehr wohlthätig. Isaak Abrabanel war eine frühreife Natur vonklarem Verstände, aber nüchtern, ohne Schwung und ohne Tiefe. DasNaheliegende, die Dinge und die Verhältnisse der Gegenwart, diehandgreifliche Wirklichkeit umfaßte sein Geist mit untrüglichem Takte.Aber das Entfernte, das dem Auge und dem nüchternen SinneEntrückte lag für ihn in Nebel gehüllt; er vermochte es nicht zudurchdringen und zu bewältigen. Die Ergründung des Judenthums,seines glanzvollen Alterthums und seines Gottesbegriffes war fürAbrabanel von Jugend auf ein Lieblingsthema, und er verfaßte imjugendlichen Alter eine Schrift, um die allgemeine und besondereVorsehung Gottes für das Volk Israel in's Licht zu setzen-). Alleinphilosophische Begriffe waren bei ihm mehr angebildet, als angeboren.Zur Lösung solcher Fragen fehlte bei ihm so gut wie Alles. DonAbrabanel war ein gewiegter Geschäftsmann, der das Finanzfach

1) Eine kurze Biographie Abrabancl's entwarf Barnch Usiel Chaskitu

von Ferrara 1551, als Einleitung zu Abr.'s wpv. Ergänzt und erweitert

hat sie Carmoly in Ormr Usollwaä II. a. 47 ff., und er hat auch handschrift-liches Material dazu beigebracht, Abrabancl's interessantes Sendschreiben anJcchicl von Pisa (das. p. 65 f.) und eine Elegie von Juda Leon Abrabanel(p. 70 f.). Uebcr Abrabancl's Todesjahr Note 5. Die richtige Aussprache desNamens braucht man nicht aus Codices zu beweisen. Der Portugiese SamuelUsque, der noch mit dessen Nachkommen verkehrte, nennt seinen Sohn: 0 ssnllorDow Lawusl ^.bravansl und dessen Frau 8sollorrr Lsirvsnicla ^.Iira-vLnsls. (douaolaaöes III. Ho. 82). Ebenso Jmanucl Aboab, HowoloZis.II. o. 27 p. 304. Wie es scheint, haben erst italienische und deutsche Judenden Namen in Abarbancl verwandelt. Uebcr Juda Abrab., den Vater,vergl. Kayserling, Geschichte der Juden in Portugal S. 73.

2) Abrabancl's Jugendarbeiten sind das Werk ovp, rni-v (Sabioneta 1557)und sein Commentar zu Dsntsronowium, verfaßt um 1472. Vergl. Carmolya. a. O. x. 48.