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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Juden und Neuchristen in Andalusien.

Strafandrohung nicht vollzogen wurde. Juda-Jbn-Verga, von demverlangt worden war, die Scheinchristen, welche heimlich dem Juden-thum anhingen, anzugeben, verließ lieber seine Geburtsstadt Sevillaund entfloh nach Lissabon wo er später als Märtyrer fielweil er die Marranen nicht verrathen wollte^). Die Inquisitorenhatten schwerlich ihren Zweck vermittelst der Juden erreicht, diesehaben wohl trotz aller Vorkehrungen den heimlichen Verkehr mit denNeuchristen fortgesetzt. Um so strenger wurde die Absperrung derJuden im Verkehr mit der christlichen Gesellschaft überwacht.

Nach diesen traurigen Vorgängen hatten die castilianischen undaragonischen Juden darauf gefaßt sein sollen, daß ihr Bleiben nichtmehr von Dauer sein würde. Allein sie liebten Spanien zu sehr, alsdaß sie sich ohne dringenden Zwang davon hätten trennen können.Auch schützte sie das Königspaar öfter gegen Unbilde. Bei ihrer Ueber-siedelung in besondere Judenquartiere nahmen Fernando und Jsabelladarauf Bedacht, daß ihnen keinerlei Schaden und Chikane zugefügtwerden sollten. Die Königin Jsabella verhehlte einst ihre Unzufriedenheitnicht mit judenfeindlichen Verordnungen der Behörden von Toledo undGuipuscoa ^). Auch rechneten die spanischen Juden auf ihre Unentbehr-lichkeit für die Christen. Leidende wandten sich nämlich lieber an jüdischeAerzte; die niedrigen Volksklassen holten den Nath von rechtskundigenJuden bei Processen ein und ließen sich sogar von ihnen Zuschriftenvon Geistlichen lesen ^). Auch vertrauten sie zu viel auf die Hilfe derMenschen, auf den bei Hofe hochangesehenen Abraham Senior,welcher zum Großrabbinen ernannt war und vermöge seiner Finanz-verwaltung und seines Reichthums die königliche Unternehmung gegendie letzten Mohammedaner in Granada förderte H. Von ihm erhofftensie Abwehr judenfeindlicher Einflüsse. Dazu kam noch, daß gerade zurZeit als Torquemada seine Fangschlinge über Marranen und Judenwarf, der berühmte Abrabanel vom castilianischen Hofe ein sehrwichtiges Amt erhielt und einflußreiches Vertrauen genoß, unter dessenSchutze die spanischen Juden aller Wuth der giftigen Dominikanertrotzen zu können vermeinten. Abrabanel's günstige Stellung am Hofe,der vermöge seines Charakters, seiner Liebe zum Judenthum und zurWissenschaft und seiner erprobten Klugheit an Samuel Nagrela erinnerte,wiegte sie in falsche Hoffnungen.

Jbn-Verga, Lsüsdst ckeüuän das.

Pulgar, 1-slrns Uo. 31.

2) Uanänraiil, distorin sivil äs In Liuänä äs Vltorin bei Kayserlingdie Juden in Navarra, S. 127.

''j Vergl. Note 4.

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