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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

an, lieferten ihnen zum Passah ungesäuertes Brod und für das ganzeJahr ritualmäßig zubereitetes Fleisch und beschnitten deren neugeboreneKnaben'). Da es in Sevilla und Andalusien überhaupt zahlreicheNeuchristen gab seit den wilden Angriffen auf die Juden durchFernando Martine; und später durch die wiederholten Verfolgungenvon 14121414, so war dort ein ergiebiger Boden für dieThätigkeit der Juden, ihre abgefallenen Brüder im Judenthum zuerhalten. Am rührigsten zeigte sich darin Juda-Jbn-Vergaß inSevilla, der ein Kabbalist und Astronom war und bei dem Statt-halter von Andalusien in Ansehen stand. Als daher das Königspaarden Plan faßte, die Inquisition in's Leben zu rufen, war es vorAllem darauf bedacht, die Juden von den Christen und namentlichden Neuchristen auf's strengste zu sondern und jede Gemeinschaft mitihnen zu vereiteln. Nur den jüdischen Aerzten^) war es gestattetaußerhalb der Judenquartiere zu wohnen, weil sie die christliche Be-völkerung nicht missen konnte. Aber diese mit aller Strenge im ganzenLande bewerkstelligte Absonderung der Juden und Marranen konntedas Band der Liebe zwischen Beiden nicht lösen. Sie blieben trotz-dem in Verkehr mit einander, aber nur heimlicher, vorsichtiger. Jegefahrvoller die Entdeckung war, desto größer der Reiz trotz derArgusaugen der spionireuden Geistlichen und ihrer Helfer, einanderzu begegnen, zu trösten und zu stärken. Diese Zusammenkünfte derJuden und Marranen hatten daher einen romantischen Anstrich wegender geheimnißvollen Art und der dahinter lauernden Gefahren. Esgestaltete sich zwischen ihnen eine Art Liebesverhältniß, das uni sofester und enger wurde, je mehr daran gearbeitet wurde, es zu lösen.

Dieses Liebesband zu zerreißen, war ein neuer teuflischer Plandes General-Inquisitors Torquemada. Durch Schreckmittel solltendie Rabbinen gezwungen werden, sämmtliche Gemeindeglieder zu ver-pflichten, die dem Judenthum treugebliebenen Marranen zu verrathen(o. S. 307), sie der Kirche zuzuführen oder vielmehr sie dem Scheiter-haufen zu überliefern. Welch ein durchwühlender tragischer Scelenkampffür die Rabbinen! Schwerlich haben sich viele dazu gebrauchen lassenund haben wohl eher die Strafen erduldet oder es durchgesetzt, daß die

P Ausweisungscdikt von Fernando und Jsabclla, Xraaüor III. clooumsulosIII x. 603 f.

2) Jbn-Vcrga, Lalwdet ckeüuäa Xo. 62. nun' n nvn wb'nn n7iun uxa

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über ihn das. Nr. 38. Von ihm existirt eine astronomische Schrift: psmn '77NLOLN NI2'j7 NZN'7 p NUN'. Nasüil' V. p. 128.

°) Vergl. o. S. 294; Nevas ä. Lt. XIII 247.