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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Auch solche Personen, bei denen jüdische Ketzerei gar nicht zuvermuthen war, wurden in Anklagen verstrickt, wenn sie hoheAemter bekleideten; man gönnte ihnen keine hohe Würde, keinen weit-reichenden Einfluß. Der Großinquisitor Torquemada richtete auchseine Angriffe auf zwei Bischöfe jüdischer Abkunft Davila und deAranda, um sie, wenn es ihm nicht gelingen sollte, sie für dieFlammen zu bestimmen, doch ihrer Aemter entsetzen zu können.Juan Arias Davila, Bischof von Segovia, stammte von DiegoArias Davila ab, der zur Zeit von Vicente Ferrer's Rasereien(o. S. 225) zum Christenthume übergetreten war. König Juan II.hatte den Vater zum Chef der königlichen Rechnungskammer ernannt,und Don Heinrich IV. hatte ihn in den Adelstand erhoben und

ihn unter die spanischen Granden versetzt. Sein ältester SohnPedro wurde gar zum Grafen von Pugnonrostro erhoben undheirathete eine Tochter aus einem altadeligen Hause; der jüngereJuan wurde mit dem bedeutenden Bisthum Segovia belehnt. In

dieser Eigenschaft hatte er acht unschuldige Juden von Sepulveda hin-richten lassen (o. S. 234) Pedro de ArandaH, Bischof vonCalahorra, stammte ebenfalls von einem jüdischen Vater, GonzaloAlonso, der zur selben Zeit wie Diego Davila in den Schooß derKirche getrieben und Geistlicher geworden war. Seine zwei Söhneerlangten die Bischofswürde, der ältere Pedro die von Calahorra, undder jüngere die von Montreal in Sicilien; der erstere war auchPräsident des Rathes von Castilien.

Gegen diese beiden kirchlichen Würdenträger erhob Torquemada

die Anklage, zwar nicht direkt gegen sie, sondern zunächst gegen ihreVäter: daß sie als Juden gestorben wären. Es sollten demnach ihreGebeine ausgegraben und verbrannt, ihre Hinterlassenschaft ihrenSöhnen genommen und eingezogen und diese ihrer Bischofswürden ver-lustig erklärt werden. Indessen widersetzte sich der Papst Alexander VI.dem Ansinnen, Bischöfe zu schänden, weil dadurch die Kirche selbst

gebrandmarkt werden würde. Er machte in einem Schreiben gegenTorquemada's Verfolgungssucht geltend, daß nach einer älteren päpst-lichen Bulle der Proceß gegen Großwürdenträger der Kirche wegenKetzerei lediglich durch eine apostolische Specialcommission angestellt

lieber den Kctzcrproccß gegen Pedro de Aranda hat Fidel Fita eineBulle veröffentlicht, welche das Sachvcrhältniß ein wenig berichtigt (Lolstin äsIn real Xsaäemla. XV, Jahrg. 1889, p. 590 f.). In diesem Jahrgange hatderselbe noch mehrere Bullen und Breven des Papstes Alexanders VI. bezüglichder Inquisition mitgcthcilt, in denen sich, milde ausgcdrückt, die Inkonsequenzdieses Papstes bezüglich der Proccsse gegen die Marrancn widcrspicgclt.