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Geschichte der Juden.
Kanonikus, Pedro Fernande; de Alcaudete, der bereits in derchristlichen Religion geboren und erzogen und mit dem Amt einesSchatzmeisters an der Kathedrale von Cordova betraut war, wurdevor das Inquisitions-Tribunal gezogen und sehr schwerer Verbrechenangeklagt. Er habe heimlich einen jüdischen Namen geführt, diejüdischen Feiertage beobachtet, habe auch am Passa ungesäuertes Brodgegessen. Schlimmer noch war die Anklage gegen de Alcaudete, das;er im Verkehr mit Marranen sie zur Beobachtung des Judenthumsermahnt und das Christenthum als eine Täuschung ausgegeben. Oballe diese Anklagepunkte erwiesen waren? Der Kanonikus wurde vondem Bluttribunal in Cordova zum Tode verurtheilt und lebendig ver-brannt (Februar 1484 ^).
Im Mai 1485 wurde das Tribunal von Villa-Real nachToledo verlegt. An der Spitze standen ein Erzdekan von Talavera,Namens Don Vasco Ramirez und ein Licenciat und KanonikusPero Dias. Die Eröffnung begann auch hier mit einer Predigtüber das fromme Werk der Inquisition und mit dem Verlesen der Bulledes Papstes Sixtus IV., welcher den Richtern unbeschränkte Gewaltüber Leben und Tod bewilligt hatte. Mit der großen Excommunikationwurden alle bedroht, welche in Wort und That gegen die Inquisitionsich vergehen würden, alle königlichen Beamten wurden vereidet, derInquisition hilfreiche Hand zu bieten, die Marranen wurden aufge-fordert sich einzustellen und ihren Rückfall zum Judenthum zu bereuenund Sühne zu erhalten. Diesen wurden dazu vierzig Tage Gnadenfristgewährt. Aber in den ersten zwei Wochen fand sich keiner derselbenzur Selbstanklage ein. Im Gegentheil, die Marranen zettelten eineVerschwörung an, bei einer Procession über die Inquisitoren herzu-fallen, sie und ihre Begleitung, Adlige und Ritter zu tödten und —wie später übertreibend gedichtet wurde — die ganze christliche Be-völkerung von Toledo zu vertilgen. Nun, so gefährlich war dieUnternehmung keineswegs, denn es stand keine Persönlichkeit von An-sehen und Stellung an der Spitze — die Marranen von Bedeutungin Toledo waren zwei Jahrzehnte vorher umgebracht oder zur Fluchtgezwungen worden (o. S. 230). Einer der Urheber und Führer warein junger Gelehrter de la Torre, und seine Mitverschworenenwaren Handwerker. Die Unternehmung, die auch sonst keinen Erfolggehabt hätte, wurde verrathen und vier oder fünf der Betheiligtenwurden vom Stadthauptmann Gomez Manrique verhaftet undgehängt. Viele hatten sich wohl durch Flucht gerettet. Der Stadt-
Uoletin ÜA. 1884, 104, Usvus lies etucles. X. 287.