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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Cardinalswürden erhoben und kein kirchliches Amt ohne baare Bezahlungbestätigt hat wie sein Zeitgenosse, der Kanzler von Rom, Jnfessura,berichtet 2 ) würde ihn sein Benehmen in Betreff der Inquisitionvollständig gekennzeichnet haben. In kurzer Zeit faßte er die entgegen-gesetzten Entschlüsse und gab sich kaum die Mühe, seinen Wankelmuthmit einem Scheine zu verhüllen. Kaum hatte er in einer Bulle dieäußerste Strenge gegen die judaisirenden Ketzer empfohlen und einAppellationstribunal errichtet, als er schon nach zwei Monaten siezum Theil wieder aufhob und eine andere Bulle erließ, worin er einemildere Handhabung der Inquisition vorschrieb, um auch diese wiederaußer Kraft zu setzen.

Die gehetzten Scheinchristen und unter ihnen ein muthiger Mann,Juan de Sevilla, hatten sich nämlich bemüht, es am päpstlichenHofe durchzusetzen, daß diejenigen unter ihnen, welche in Rom sicheiner geheimen Pönitenz unterworfen, in Spanien nicht von demhabsüchtigen Könige und der blutdürstigen Inquisition belästigt undverfolgt werden dürften, daß sie vielmehr als rechtgläubige Christenangesehen und behandelt werden müßten. Darauf ging der Papst anfangsein und erließ eine Bullezum ewigen Andenken und zur Richtschnur fürdie Zukunft", (2. August 1483, worin er besonders betont, daß Strengemit Milde in Behandlung der Neuchristen gepaart werden sollten,ivährend die Strenge der Inquisition das Rechtsgefühl überschritte").Die Bulle befahl, daß alle Neuchristen, welche ihre Reue in Romdem Großpönitentiarius zu erkennen gegeben und der Buße unter-worfen worden sind, von der Inquisition nicht verfolgt und ihreProcesse niedergeschlagen werden sollten. Sie beschwor den Königund die Königinbei den Eingeweiden Jesu Christi" zu bedenken,daß Gnade und Milde allein die Menschen gottähnlich machen, siemögen daher Jesu nachahmen, dessen Eigenthümlichkeit es ist, sich zuerbarmen und zu schonen. Der Papst gestattete von dieser Bulle so vielCopien als möglich zu machen, welche die Gültigkeit des Originalshaben sollten, damit die Gesinnung des päpstlichen Stuhles in Betreffder Neuchristen männiglich kund würde. Er bemerkte endlich dabei,daß er diese Bulle aus freiem Antriebe ohne irgend welchen Einstußerlassen habe, obwohl in den hohen Kreisen bekannt war, daß ersich von den Geldanerbietungen der Neuchristen habe bestimmen lassen.Allein das Königspaar wollte nichts von der Barmherzigkeit und

*) Bei Gicslcr, Kirchcngeschichtc II. vierte Abtheilung x. 160 Note.

2) Bulle bei Llorcntc a. a. O. IV. 2. 357 ff. Lolstiv das. 47789: quoärigor sxaeclat juris lempkrawsutum; rigorew cum elsmoutia misesrseupisutss (uos) sto.