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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Mißfallen, Aufregung und Klagen, daß Fernando selbst den Papstbitten ließ, seinen Befehl an die aragonischen Inquisitoren zu ändernrind dafür ein regelrechtes Verfahren eintreten zu lassen.

Dieser Papst befreundete sich so. sehr mit dem Vertilgungskrieggegen die Neuchristen, den er als ein heiliges Amt im. Interesse derkatholischen Kirche betrachtete, daß er das von ihm früher verdammtegrausame Verfahren der Inquisition auch in Sicilien, das zu Ara-gonien gehörte, einführen wollte, wohin wohl auch verfolgte oder demJudenthume im Herzen treugebliebene Marranen geflüchtet waren.Aber hier, wo von altersher ein freundliches Berhältniß zwischenJuden und Christen bestand, widersetzten sich selbst die königlichenBehörden zum großen Verdruß des Papstes dieser Einführung (1482bis 1483 2). .

In Castilien herrschte ebenfalls eine dumpfe Gährung über diesich täglich mehrenden Opfer der Inquisition. Man raunte sich ein-ander zu, daß die Königin nicht aus Neligionseifer sie gefordert habe,sondern aus Ehrgeiz und Gier nach deren Gütern. Statt dieseStimmung, welche der Papst recht gut kannte, zu benutzen, um einformgerechtes Verfahren gegen die Angeklagten durchzusetzen und dieempörende Güterconfiscation der auf dem Scheiterhaufen Verbranntenabstellen zu lassen, lobte der Papst (23. Febr. 1483) den fanatischenSinn der Königin und ihr Wüthen gegen die Neuchristen ^). Da eshäufig vorkam, daß die von dem Ketzergericht verdammten Neuchristen,

*) Bei Llorcntc Aktenstück IV p. 349 ff. Llorcntc irrte, indem er angab,daß dieses Schreiben auch an Jsabella gerichtet war; es ist sowohl in der Ueber-schrift, wie im Contexte an Fernando allein adressirt und betrifft lediglich dieMarranen der aragonischen Provinzen: Oarissimo . .. mauäavimus psrOrckinarios ob inquisitores in rsAiiis tuis ^ra^outas, Valentins, stNasorcarum as priuclpatu (latalonias äsputatos contra rsos bujusmoäisrlminis (apostasias) etc. auch Lolstin das. 4658.

2) Dieses Factum ist erwähnt in dem Sendschreiben an die Königin vom23. Februar 1488.

°) Bei Llorente IV. 352, Lolstin, das. 46879. Darin kommt derPassus vor: quoä si non ckskusrlut qui asssriut (quaucio tarn ssvsrs ani-mackvsrtsrs, eures) ambitions potius st bonorum tsmporalium cupiäitats,quam Mio tiäsi st catbolicas vsritatis. Pater Gams machte sich verloreneMühe in seiner Schrift: Geschichte der spanischen Kirche (III, 2. S. 20 f.)die Kirche oder ihre Hauptvertreter von dem unauslöschlichen Flecken deraußerordentlichen Inquisition in Spanien rein zu waschen. Mehr wahrheits-liebend urtheilt Pater Fidel Fita, daß Papst Sixtus freudigen Herzens dieselbeunterstützt hat, um die Selbstständigkeit des spanischen Episkopats zu brechen(llolstin XV, 465). In dem Sendschreiben an die Königin sagte dieser Papst:lastamur plurimum in bac rs (inquisatoria) nobis tantopsrssousupita.