Vermehrung der Inquisitoren.
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Viele ungerecht eingekerkert, mit grausamen Folterqualen gepeinigt,Unschuldige als Ketzer erklärt und deren Erben die Güter entzogenhätten. Der Papst erklärte: er habe die Bulle zur Errichtung derInquisition unüberlegt erlassen. Er sollte eigentlich, bemerkte derPapst weiter, die Inquisitoren de Morillo und San-Martin absetzen;allein aus Rücksicht auf die Majestäten wolle er sie noch in ihremAmte lassen, aber nur so lange, als sich nicht wiederum Klagen gegensie erheben würden. Sollten wieder Beschwerden gegen sie Vorkommen,so werde er das Jnquisitionsamt denen wieder zustellen, welchenes von Rechtswegen gebührt. Der Papst Sixtus lehnte auch dasGesuch des Königs Fernando ab, für die übrigen Gebietstheile dervereinigten Königreiche außerordentliche Ketzertribunale zu errichten.
Doch diese sittliche Entrüstung war eitel Heuchelei. Der Papstfreute sich im Herzen über den Tod der Sünder, welchen das außer-ordentliche Jnquisitionstribunal über die Marranen verhängte, weildadurch die Selbstständigkeit der Bischöfe, denen früher das Unter-suchungsrecht zustand, aufgehoben wurde. Sollte man es glauben,daß kaum vierzehn Tage nach Erlaß der Entrüstungs-Bulle gegendas empörende inquisitorische Verfahren gegen die ersten Inquisitoren,Sixtus auf Antrag des Königspaares vermittelst eines Breve(11. Februar 1482) sechs neue Inquisitoren hinzuernannt hat, weil diezwei, de Morillo und St. Martin, für den Umfang der KönigreicheCastilien und Leon nicht ausreichten, die „Pestsekte" der Neuchristenzu vertilgen! Diesen neuen Richtern schärfte der Papst ein „dieWurzel der Verderbniß aus dem Weinberge des Herrn Zebaothgründlich auszurotten und die kleinen Füchse zu vertilgen." Unterden sechs neuen Inquisitoren war auch der Blutmensch Thomasde TorquemadaH. Auch für das Königreich Aragonien mitseinen Nebenländern hat in derselben Zeit Sixtus IV. Inquisitorenernannt (17. April 1482) und sie ermächtigt, ohne sich an die Rechts-formen zu binden, die zur Rechenschaft gezogenen Marranen zurichten 2). Aber dieses rechtswidrige Verfahren des Tribunals indiesem Lande, wo die königlichen Rechte selbst durch einen über-wachenden Oberrichter (llustieiu) beschränkt waren, erregte so viel
*) Dieses Breve hat Fidel Fita im Original veröffentlicht (Uolstln,a. a. O- S- 462—464.) Der Inhalt bei Llorente I., 162. In diesem Brevekommt der Passus vor: ut i-allix pravitalis psoltus ovsllutur .... sxtsr-miuatis exiuäs vulpsaulis. Das letztere ist eine Anspielung auf den amJnquisitionsgcbäudc in Sevilla angebrachten Vers aus dem Hohenlicde. ouxitsuobis vulpeoulas (S. 290.)
2) Ist erwähnt in dem folgenden Breve.