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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Juan Fernando Abolafio, ein Gelehrter, Oberrichter undköniglicher Oberzolleinnehmer, dabei auch mehrere Richter, Schöffen undPolizeimeister. Da sie beim Volke beliebt waren und Macht und Geldbesaßen, verabredeten sie den Plan, wenn die Inquisitoren mit ihrenSchergen sie festnehmen sollten, mit ihren Leuten und mit einem Volks-aufstand über sie herzufallen und sie zu tödten. Zu diesem Zweckevertheilten sie heimlich Waffen und Geld und verabredeten einen An-griffsplan. Allein die Verschwörung wurde durch die schöne Tochter deSusän's an die Inquisitoren verrathen, welche ein Liebesverhältniß miteinem altchristlichen Ritter hatte und ihn zum Vertrauten gemachthattet). Das schöne Mädchen, wie sie allgemein genannt wurde, gabdem Blutgerichte Gelegenheit, seine Thätigkeit alsbald zu beginnen.Mehrere Verschwörer wurden festgenommen und mit ihnen reicheund angesehene Marrancn, welche nicht die Flucht ergriffen hatten.Viele waren nämlich nach der benachbarten, mohammedanischen StadtGranada, nach Portugal und selbst nach Rom entflohen, um am päpst-lichen Hofe gegen das Blutgericht zu arbeiten. Gegen die Verhaftetenging das Ketzergericht mit rücksichtsloser Strenge zu Werke. Sobald essich im Kloster St. Paulo zu Sevilla constituirt hatte (2. Januar 1481),und einen Aufruf erlassen hatte, die flüchtigen Marranen auszuliefern undihre Güter mit Beschlag zu belegen, muß der hohe und niedere Adel sichbeeilt haben, diejenigen, denen sie eben Schutz verheißen hatten, zu ver-haften und nach Sevilla abzulieferu. Denn die Zahl der verhaftetenNeuchristen war so groß, daß das Inquisitions-Gericht sich nach einemandern Gebäude für seine Funktionen umsehen mußte, zumal das Klosternicht sicher genug war und von den Marranen und ihren Freundenhätte überrumpelt werden können. Es wühlte dazu ein Schloß inTriana, einer Vorstadt Sevilla's. Am Portale dieser Blutstätte wurdenspäter als Inschrift, gewissermaßen zum Hohne der Juden, Verse ausihrer heiligen Schrift gewählt, welche die ganze Herzlosigkeit der Richterbezeichnen:Auf Gott richte deine Sache!"Fanget uns Füchse"").Die eingefangencn Flüchtlinge wurden als überwiesene Ketzer behandelt.Schon am vierten Tage nach der Einsetzung der Inquisition hielt dasTribunal sein erstes Blutgericht. Sechs Marranen, welche entwedervor den Richtern ihren alten Glauben bekannt, oder auf der Foltergräßliche Geständnisse gemacht hatten und fünf von den ergriffenenVerschwörern wurden zum Tode verurtheilt und verbrannt ^). Mit

1) ^inackoi' ü. III 249. N.

2) Lniiiga, ^imales äs 8sviIIa III p. 398.b) ^.inaäor 250.