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Geschichte der Juden.
Beamten, die Inquisitoren mit allen Mitteln zu unterstützen. Zu-gleich wurde ein hoher Beamter Diego de Merlve ernannt, dieGüter der zu Verurtheilenden zu confisciren.
Bemerkenswerth ist es, daß die Bevölkerung mit der Einführungdes Ketzergerichtes, sobald sie bekannt wurde, unzufrieden war, alsahnte sie, daß sie selbst in das Netz verstrickt werden könnte, welchesden getauften Juden bereitet wurde. Während früher die Cortes vonMedina del Campo selbst die Errichtung eines Tribunals für dieNeuchristen beantragt hatte, beobachtete die große Landesversammlungzu Toledo in demselben Jahre — die erste seit dem Regierungs-antritte Fernando's und Jsabella's, dieselbe welche, durch neue Gesetzeeine Umgestaltung der öffentlichen Verhältnisse schuf — ein vollständigesStillschweigen über diesen Punkt, als wollte sie jede Betheiligungan dieser so unheilvollen Schöpfung ablehnen. — Der Schrecken,welchen die als unerbittlich grausam bekannten Ketzerrichter den Mar-ranen einflößten — sie hatten sofort ihre Thätigkeit mit Vorladungund Einkerkerung verdächtiger und reicher Neuchristen begonnen —bewog viele derselben aus Sevilla, Cordova, Toledo und anderenOrten sich durch Flucht zu retten. Ihre Zahl soll 8000 betragenHabens. Sie begaben sich unter den Schutz des Don Nodrigo
Po nee de Leon, Marquis von Cadix, welcher, eine glänzende Rollein den Kriegen gegen die Mohammedaner spielen sollte. Dieser, so-wie andere Granden und selbst Ordensmeister an der Grenze nahmendie Flüchtlinge auf. So unzufrieden waren sie mit der Einsetzungder Inquisition. Aber die Ketzerrichter verdoppelten dadurch ihreStrenge. Sie bedrohten den hochangesehenen Marquis, sowie alle
Granden mit Verlust ihrer Würden und Aemter und mit der Auf-wiegelung ihrer Untergebenen gegen sie, wenn sie nicht die Flücht-linge in einer bestimmten Frist gebunden in die Kerker des Tribunalsabliefern und auf deren Hab und Gut Beschlag legen sollten"). Umeine Flucht der Zurückgebliebenen zu vereiteln, stellten die Inquisi-toren Wachen an den Stadtthoren auf und bedrohten sie, im Falle sieentweichen und ergriffen werden sollten, mit sofortiger Todesstrafe ^).
1) Die ersten Inquisitoren richteten einen Drohbrief an die Granden imSüden, vom 2. Jan. 1481 (Uolstin XV, 454) und bemerkten: al^unos psr-sovas . . . vsmnos äs 8svllla s äs otros loZarss äs un inss a ssta partsposo mas ö insnos ss an abssntaäo .... Bcrnaldcs gicbt die Zahl aufmehr als 8000 an. Xwaäor 250.
2) Im Drohbrief a. a. O.
°) Bcrnaldes: v xusleronlss (ä los sonvsrsos sn 8svilla) psna qusno tu^esen so psua äs inuerts, s pusisrov Anaräas ä las pusrtas äs laslnäaä.