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Geschichte der Juden.
Ruhme Gottes und zur Verherrlichung des katholischen GlaubensH.Jetzt war sie Königin geworden: „und ihr Thron war befestigt."Ihr Sinn war benebelt genug zu glauben: „Gott habe sie nur er-höht um die spanische Christenheit von dem Makel des Judenthumszu säubern." Der Prior des Dominikaner-Klosters von SevillaAlonsodeOjeda, der das Ohr des Königspaares hatte, machteihm eine abschreckende Schilderung von der Lästerung der Neuchristengegen den Glauben. Er erzählte: Ein Ritter, der sich bei einermarranischen Familie aufgehalten, habe bemerkt, wie mehrere Neu-christen am Charfreitag den Glauben gelästert und sogar ein Christen-kind gekreuzigt haben. Der päpstliche Nuntius in Spanien, Ni coloFranco, unterstützte den Vorschlag der Mönche, ein außerordent-liches Tribunal zu errichten, welches die Neuchristen ob ihres Ver-gehens zur Bestrafung vorladen sollte. Don Fernando ging ohneBedenken auf den Antrag ein, da er voraussah, daß sein Säckel sichdurch die Güterconfiscationen der Verurtheilten füllen werde. MehrBedenken hatte die scrupulöse Königin. Indessen wandte sich dasKönigspaar an den Papst Sixtus IV. und die zwei spanischen Ge-sandten am römischen Hofe, die Brüder Francisco und Diego deSantillana, bearbeiteten den Papst und das Cardinalcollegium,den Wunsch ihrer Monarchen zu erfüllen. Sixtus, bei dem für GeldAlles, Gutes wie Böses, zu erlangen war, faßte ebenfalls die ge-winnbringende Seite der Inquisition ins Auge, erließ eine Bulle zudiesem Zwecke (1. November 1478 und ermächtigte das Königspaar,außerordentliche Inquisitoren von Bischöfen, Welt- oder Kloster-geistlichen zu ernennen, die Ketzer, die Abtrünnigen zu vertilgen undihre Gönner zu richten und zu verurtheilen. Auffällig ist es, daßdas Königspaar fast zwei Jahre hingehen ließ, ehe es von dieserpäpstlichen Bulle, welche seinen Herzenswunsch erfüllte, Gebrauchmachte.
Jsabella, auf welche auch den Neuchristen günstige Stimmen ein-wirkten, wollte, wie es scheint, nicht sogleich strenge Maßregeln erlassen;sie versuchte Anfangs den Weg der Milde. In ihrem Aufträge arbeiteteder Erzbischof von Sevilla, Cardinal Pedro Gonzalez Mendoza,
') ^urita, Xniiales äs XraAvii IV. p. 323.
2) Diese sür die Einführung der Inquisition Grund legende Bulle warbisher so wenig bekannt, daß einige ihren Erlaß ins Jahr 1480 datirtcn. Sicwar auch noch dem Historiker der spanischen Kirchcngcschichte P. B- Gams vorzehn Jahren unbekannt. Erst Fidel Fita hat sie entdeckt und mitgetheilt inLolvtiu äs In Real .VeaäsmiL äs la distorla 1889. V. XV, p. 449—452.Dadurch ist das Datum 1478 gesichert.