284
Geschichte der Juden.
sition ihm beigebracht. Fernando der Katholische und Jsa-bella dioBigotte, welche durch die Vereinigung von Castilien undAragonien und die Entdeckung Amerikas den Grund zur GrößeSpaniens gelegt, haben zugleich durch die Schöpfung des Jnquisitions-tribunals dessen Verkümmerung und Verwesung angebahnt.
Die Neuchristen, zu Tausenden in den Königreichen Castilien undAragonien, raubten den Mönchen ihren Schlaf. Mehrere von ihnenwaren trotz ihrer Verfolgung und der Abneigung der Altchristengegen sie in den Bisthümern Toledo und Cordova (o. S. 151, 230)in Castilien und mehr noch in Aragonien mit hohen Staatsämternund Kirchenwürden bekleidet, hatten durch Reichthümer großen Ein-fluß auf maßgebende Kreise und waren mit altadligen Familienverschwägert H. Die Neuchristen machten den dritten Theil der Städte-bewohner aus und waren intelligent, fleißig und rührig. VieleMarranen hatten in den tiefen Falten ihres Herzens ihre Liebe zumJudenthum und zu ihrem Stamme bewahrt. Und selbst solche, dieaus philosophischen Gründen gegen das Judenthum gleichgiltig waren,hatten einen unüberwindlichen Widerwillen gegen das Christenthum,das ihre Lippe öffentlich zu bekennen gezwungen war. Wenn sie auchnicht ihre Kinder beschneiden ließen (o. S. 230), vielmehr sie zurTaufe brachten, so vernachlässigten sie doch die Kirchen-Riten undSakramente mit mehr oder weniger Heimlichkeit. Die Juden, welche diereligiöse Gesinnung vieler ihrer abgefallenen Stammgenossen achteten,leisteten ihnen Vorschub, die religiösen Satzungen erfüllen zu können ^).
r) Vgl. L.rllaäor d. III. p. 237 f. die Namen der marranischcn Würdenträger.
2 ) Quellen über die Einführung der Inquisition: Leroaläse: (Le^ssLatollsos) und daraus Llorente und die neueren Geschichtsschreiber; Mariana;Prescott B- I.; ^äolto äs Lsstro, änäios sii Uspang. (Oactix 1847 ), äs losRios, Ustuäios und käst. 3 ?. III. 2461 . und Uatnents lüstoris. Asnsrs .1 äsLsxaüa. 3 ?. IX. bei der betreffenden Zeit. Fernere Hauptquellen: Uulgar Ls^ssEatolieas (Valentin 1780 ) V. II. e. 77 ; banales äs 8 sviIIa II. p. 386 lk.
Das reichste Material hat Llorente aus Urkunden zusammengcstcllt, da er Sekretärder Inquisition unmittelbar vor ihrer Aufhebung war, und sämmtliche höllischeProccßaktcn zu seiner Disposition standen, lieber neucnldcckte Quellen Is.Ingnisision Doleäana und andere vergl. Note 11 . Von der unvcrtilgbarenLiebe vieler Ncuchristen zum Judenthumc und ihrer Abneigung gegen dasChristcnthum berichtet der Zeitgenosse Saadia Jbn-Danan in einem Gutachtenunmittelbar nach Einführung der Inquisition (Olremän (lonnsa, Sammelwerkvon Edelmann p. 14 , 15 ): 2>L'>>' 222 22221 2i>2) 2222 1222m 212' '2
i>2.22 oioiip'em 2w2i> 2'I2122 222 2",'e-22 >^>-mi . 222>'2 222021 212121222 21Ü202121 . . . e>22 12 22^ ",20 2,i>2i> 222>>'2 212m 2'» ui.22
.20212' N2ioi> 22121 222 22m 2MH21 2NI.2' 22^ ;>2ipi 202 ^2 22m 2'L222
In dem Edikt für die Vertreibung der Juden aus Spanien motivirt dasKönigspaar diese Grausamkeit mit der Behauptung, daß die Juden die Mar-