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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Jerusalem) und Elia; ferner Jakob Margoles, Rabbiner inNürnberg und andere, sie alle legten Zeugniß für Kapsali's unantast-baren Character, musterhafte Religiosität und tiefe Talmudkunde abund tadelten Kolons Benehmen gegen ihn schonungslos.

Da dieser nicht aus Ehrgeiz oder Rechthaberei den Kampf aus-genommen hatte, sondern in reinem Eifer für die vermeintlich verletzteReligion aufgetreten war, wurde er zuletzt erschüttert und gab seineReue unverhohlen zu erkennen, sobald er überzeugt worden war, daßer Kapsali Unrecht gethan hatte. Auf seinem Todtenbette (um 1490)schickte er eigens seinen Sohn Perez Kolon nach Constantinopel,um von dem Beleidigten Verzeihung zu erlangen, damit er nicht miteiner so schweren Sünde ins Jenseits eingehen müßte. Kapsali wargroßmüthig genug, die Beleidigungen zu vergessen, nahm sich nichtblos des Sohnes seines Beleidigers mit warmem Herzen an (wieeinst Alfaßi gegen den Sohn seines Gegners Albalja), sondern sprachvon Joseph Kolon stets mit großer Verehrung. Solche Tugendenzierten die geistigen Führer der Juden in dem Zeitalter, in demdie christlichen Priester mit Gift, wirklichem Gifte gegen einanderwütheten. Noch öfter spritzten sie es gegen diejenigen aus, aus derenheiligen Schriften sie nur Haß und nicht Menschlichkeit lernten. Alsder Fanatismus im Bunde mit der Raubsucht die jüdischen BewohnerSpaniens und Portugals ins Elend jagten, und diese nach den ihnenoffenen Freistätten in Italien und der Türkei steuerten, stand derFranciskaner-Mönch Bernardinus von Feltre wie ein entmenschtesUngethüm an den Hafenplätzen, um den Schiffbrüchigen die gastlicheAufnahme in italienischen Städten zu verwehren H.

i) 8aiietorum 8sp<eindsr 1. VII. p. 375.