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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Mose Kapsali.

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nach Italien zu überbringen. Sie machten ihm noch mündliche Mit-theilungen, wie er Kapsali anschwärzen sollte, um den als einenheftigen Eiferer bekannten Kolon gegen ihn einzunehmen.

Das Ganze war aber nichts als ein ganz gemeines Lügengewebe.Nichtsdestoweniger schenkte Joseph Kolon, sobald der JerusalemerMose Vierundzwanzig ihm die Schrift eingehändigt hatte, den vierUnterzeichneten vollen Glauben, vertrauend auf die Namen, die ihmals ehrenwerthe Männer geschildert waren. Mit der Heftigkeit unddem Ungestüm seines Naturells erhitzte er sich in einen Eifer, als wenndem Judenthum von Seiten Kapsali's die höchsten Gefahren drohten.Er erließ ein Sendschreiben (um 1488), worin er Kapsali als einenunwissenden Menschen, der den Rabbinerstuhl schände, schilderte unddie vier jüdischen Gemeinden von Konstantinopel (die urbpzantinische,negropontische, deutsche und italienische) aufforderte, ihm den Gehorsamzu kündigen und ihn nicht als Rabbinen anzuerkennen,da er vielezur Sünde verleite, Aergerniß gebe und Gottes Namen entweihe".Ja, Joseph Kolon bedrohte diejenigen mit dem Banne, welche MoseKapsali auch nur den TitelRabbiner" geben sollten. Dieses Amt-entsetzungsdekret eines italienischen Rabbinen gegen einen Genossen imtürkischen Reiche war jedenfalls ein Eingriff in die Selbständigkeitder Gemeinden, selbst wenn die Anklage begründet gewesen wäre.Aber wer sollte das Schreiben nach Konstantinopel bringen und dortbekannt machen? Der Sendbote selbst behielt es fast zwei Jahre inder Tasche und getraute sich nicht damit an die Oeffentlichkeit zutreten. Als das Sendschreiben Kolon's endlich in die Hände Kapsali'sgelangte, lud er selbst die verschiedenen Gemeinden ein und las es ihnenvor. Die höchste Entrüstung ergriff die Zuhörer ob dieser bodenlosenVerleumdung und Anklage gegen ihren fleckenlosen, geachteten und ge-wissenhaften Großrabbinen. Die Urheber der Verleumdung sollenvorher von der Pest hingerafft worden sein. Kapsali schrieb anKolon eine Entgegnung, worin er es, in dem Bewußtsein seiner ge-kränkten Unschuld, an scharfen Worten nicht fehlen ließ: Da Kolonschwer zu überzeugen war, daß die Anschuldigungen lediglich auf einerbodenlosen Lüge beruhten, und er von boshaften Ränkeschmieden alsWerkzeug mißbraucht worden wäre, beharrte er Anfangs auf seinemBeschlüsse. Die Angelegenheit kam daher in die Oeffentlichkeit undmachte weit und breit einen peinlichen Eindruck. Nicht blos die an-gesehensten Inden Constantinopels nahmen sich Kapsali's, als einesschwer Gekränkten an, sondern auch die bedeutendsten RabbinenItaliens und Deutschlands: Juda Menz in Padua, die drei gelehrtenBrüder Delmedigo: Elkana in Kandia, Mose (später in