Die Juden in Jerusalem.
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boten wurden nach Ost und West ausgeschickt, um Gelder zum Bauder Synagoge in der heiligen Stadt zu sammeln, wovon mehr als dieHälfte in den Säckel der Vorsteher floß. Starb ein jüdischer Pilgerin Jerusalem, so trat der Vorstand dessen Erbschaft an, angeblichdamit die Kosten des Baues zu decken, und theflte sie mit dem Pascha.Erkrankte ein Fremder in Jerusalem, so wagten es seine Freunde undNachbarn nicht einmal an sein Bett zu treten, weil sie sich sonst derGefahr aussetzten, von dem Vorstande beschuldigt zu werden, etwasvom Kranken entwendet zu haben, und demgemäß der Bgstonade oderdem Tode entgegenzusehen ^). Das gewissenlose Treiben der JerusalemerVorsteher verscheuchte die Bessern aus der Stadt, weil diese sichwegen ihrer lästigen Ermahnungen oder stillen Unzufriedenheit ge-fährdet fühlten. Eine bedeutende Persönlichkeit, Nathan Schalalaus der Berberei, reich, fromm, gelehrt und alt, mußte ebenfalls ausFurcht vor Denunciationen die von Räubern verwaltete, heilige Stadtmeiden und wurde in Aegypten zum Oberrabbiner (Nagid) sämmtlicherGemeinden ernannt^). Als der herzliche und liebenswürdige PredigerObadja da Berti noro, seine Sehnsucht nach dem heiligen Landezu befriedigen, nach Aegypten gekommen war (1488), warnte ihn dieserNathan eindringlich, sich nach der Räuberhöhle Jerusalem zu begeben.Dieser aber, bewaffnet mit dem Muthe des Märtyrers, ließ sich nichtzurückhalten. Er war auch so glücklich berichten zu können, daß ihmbei seiner Ankunft in Jerusalem nichts Leides von den Eingesessenenund dem Vorstande zugefügt worden sei^); er wisse aber nicht, wiees weiter gehen würde. Es konnte ihm aber nicht schlecht gehen;denn Obadja da Bertinoro mit seinem sanften Wesen, seinem herz-bewegenden Organ und seiner Rednergabe entwaffnete die Bosheit derGewissenlosen. Die Gemeinde lauschte mit Andacht auf seine Predigten,und er wirkte nach und nach durchs Ohr auf ihr Herz. DieJerusalemer Vorsteher zeigten ihm gegenüber einen Schein von Reue
*) Das. 214 , eine grauscncrregcnde Schilderung der bodenlosen Jmmoralitätder 'ipi. Auch Joseph Kolon (Rssxp. I 4 o. 5 ) gicbt Nachricht über dieBettelei für die Synagoge in Jerusalem: 12 12' ^22 12 ,12,22 22p 222-« 21222 >22
lli>VI2'2'2> 711222p 2122,2 122X12 21 2>'1 22,221 ^1212 7V22 P7111 . . 2iü2I2'2 22122 I2>2 2>'wl'lpbl M22 71NX122 211 2'2X2 -ffk2 '2' 2122212 2112^1 2222222 «22 2,22 21P-2 N"X122
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221 P12-I2, alles lauter Ausschneidcrei der Sendboten. Es ist hier wahrscheinlichvon derselben Synagoge die Rede, welche in Folge eines Streites zwischenJuden und Mohammedanern zerstört wurde. Vergleiche darüber Munt, ?a> 1 s-stins p. 644 nach einer arabischen handschriftlichen Quelle: 1 'Iiistoirs cts llsru-salsin st cl'IIsdron.
°) Obadja da Bertinoro p. 209 . ") Das. p. 213 , 220 , 223 .