Lage der Juden in der Türkei. 275
Isaak Zarfati, der Verfasser des Sendschreibens aus der Türkei(o. S. 214), erbat sich von ihm eine verständliche Erklärung zu denaristotelischen und maimunischen logischen Schriften.
Noch andere Juden niedern Grades im türkischen Reichebefaßten sich mit weltlichen Wissenschaften oder lehnten sich an Jbn-Esra, die Verkörperung einer vernunftgemäßen Schriftauslegung,an. Salomo b. Elia S ch a r b i t - S a h a b (blühte um 1470—1500 1) in Salo nicht und Ephesus, Dichter, Prediger undGrammatiker, verfaßte ein astronomisches Werk mit Tafeln und ver-tiefte sich ebenfalls in Jbn-Esra. Sabbatal b. Malkiel Kohen,von einer der griechischen Inseln nach der Türkei eingewandert, wolltein Jbn-Esra's Geist tiefer als Comtino eingedrungen sein und bandmit diesem deßwegen eine gelehrte Fehde an^). Es war ein günstigerBoden für eine frische Anpflanzung jüdisch-wissenschaftlichen Geistesin der Türkei vorbereitet, wenn nicht schlimme Einflüsse die jungeAussaat zerstörten. Selbst das freundnachbarliche Verhältniß zwischenRabbaniten und Karäern oder ihre Reibungen gegen einander durch-brachen die Beschränktheit der buchstabenstarren Ueberfrömmigkeit.Zwei Karäer, Elia b. Mose Baschjazi aus Adrianopel undJoseph Rewizi, bildeten sich unter Comtino aus«). Der Elftere
Elia Baschjazi citirt in seiner kurzen Berichtigung gegen Elia MisrachiOm letzten Blatte zu Firkowitz Edition des iwbx rni») in Betreff des Erb-rechtes: > 21 '« . . ' 21 LI 2 . 21.2 U' 22 w >1 . . . I 2 L 8 12 ' 2 . Er scheint demnach
ein Zeitgenosse Baschjazi's gewesen zu sein (d. h. um 1470—90) und über denPentateuch geschrieben zu haben. Im Katalog der hebräischen Grammatiker (beiWols I. p. 340) wird 2 m ^>2212 als Verfasser einer hcbr. Grammatik cmi-w pv.i1490 angeführt. De Rossi Codex Nr. 314, 3 enthält dessen Commcnt. zu Jbn-Esra's (auch in der Vaticana bei Bartolocci IV. p. 269), in dem ange-
geben ist: 8s snm sonoinasss, guum s patria karr sxsrä venirst aä nrbeinLpbssi anno 2 °b äri (nur die punktirtcn Buchstaben als Datum hcrauszuhcben5261 — 1501). Menahcm Tamar citirt ihn schon in seinem Supercom-mcntar zu Jbn-Esra Pentateuch-Comment. (Katalog, Leyden p. 122) von1484(?) als Lebenden. S. Scharbit-Sahab verfaßte noch: äs inoessu plans-tarnnr (ll '22122 12 . 2 s) et tadnlas astronomioas (bei Bartolocci I. 0 .), dannPredigten (das.). Die übrigen Schriften bei Bartolocci sind zweifelhaft (vergl.Wols I. x. 1040 und 1096). Ein Gedicht von ihm nach Art von w 2 °?s 202citirt Luzzato (Ksrsna Obsnaeä IV. p. 39).
°) Vergl. Katalog Leyden p. 202 f. Nebenher sei noch erwähnt: MenahcmTamar (um 1446—1500), der einen Supcrcommcntar geschrieben (oben) und2122 m — ba 2 ,S 12 M gedichtet hat, Katalog Leyden x. 139 f.
°) Elia Baschjazi nennt in seinem nomokanonischcn Werke m-'m 022 a (Ed.Firkowitz, Eupatoria 1855) öfter Mardochai' Comtino als seinen Lehrer. Von yai''x '22 (wie der Name in Simcha Isaak Luzki's Orasb ^aclilcirn p. 21b lautet),berichtet Joseph Bagi. Vergl. oben Anmcrk. 1.
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