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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Israel Bruna..

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Schmähungen gegen ihn an^). Nach und nach, namentlich nach demTode der beiden rabbinischen Größen Jakob Weil und Israel Jsser-lein, wurde Israel Bruna zwar als unanfechtbare rabbinische Autoritätanerkannt, und von Nah und Fern wurden Anfragen an ihn gerichtet.Aber seine Leiden hörten damit nicht auf. Als der Kaiser Friedrichvon der Regensburger Gemeinde die Kronengelder forderte, der HerzogLudwig Einspruch dagegen erhob, und der Rath von Regensburgrathlos war, nach welcher Seite er Willfährigkeit und nach welcherer Widerstand zeigen sollte, ließ der Kaiser, den Rabbinen in Haftbringen, damit er durch den Bannspruch die Gemeinde zur Leistungdes dritten Theils vom ganzen Vermögen der Gemeinde nöthigensollte 2). Er wurde nur gegen Bürgschaft mit seinem Vermögen ausdem Kerker entlassen. Und nun wurde noch dazu gegen den bereitsabgelebten Mann von dem getauften Juden Hans Vayol die fürchter-liche Anklage des Kindermordes und anderer Verbrechen erhoben.

Der Bischof Heinrich und die Geistlichkeit wollten aus dieserBeschuldigung Kapital für ihren Judenhaß machen, und das dummeVolk schenkte dem Märchen um so eher Glauben, als sich Gerüchtevon Christenkindermord durch jüdische Hände von Tag zu Tage häuften.Nur wenige Jahre vorher hatte der Markgraf von Baden auf solcheBeschuldigungen hin mehrere Juden seines Gebietes martern und hin-richten lassen und den übrigen Juden ihr Vermögen abgenommen.Der Kaiser hatte zwar ein strenges Schreiben an denselben und analle Deutschen jeden Standes gerichtet: daß die Päpste durch kundigeMänner haben erforschen lassen ^), daß die Juden kein Blut brauchten.

Seine Stimme wurde so wenig gehört wie die der Vernunft. In

Negensburg zweifelte Niemand daran, daß der greise Israel Brunaein Christenkind umgebracht hätte, und er sollte schon auf Antrag derGeistlichkeit gerichtet werden. Um ihn der Wuth des Volkes zu ent-ziehen, ließ ihn der Rath, welcher dafür verantwortlich gemacht zuwerden fürchtete, in Kerkerhaft bringen.

Indessen wendete sich die geängstigte Gemeinde nicht blos an denmachtlosen Kaiser, sondern auch an den mehr gefürchteten böhmischenKönig Ladislaus, und bald darauf liefen von Beiden dringendeSchreiben ein, denselben ohne Entgelt aus dem Gefängnisse zu ent-lassen *). Der Rath entschuldigte sich aber mit der Furcht vor dem

1is8pp. Mose Mcnz. Nr. 76. ch Bergt. Note 5.ch Die Urkunde von Freitag (?) vor Johannistag 1470, ist mitgcthcilt inWagcnseils Hoffnung der Erlösung Israels S. 102 ff.

Schreiben vom Kaiser vom 12. und 16. März 1474 und vom KönigLadislaus vom 18. März. Gemeiner a. a. O. S. 532.