Leiden der Juden in Regensburg.
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der von finsterer Gemüthsart war und kein Erbarmen kannte. Erhielt streng auf die Ausführung der kanonischen Beschränkungen gegendie Juden, ließ einst ein christliches Mädchen, das in den Dienst einesJuden getreten war, und ein anderes Mal einen christlichen Bader,der einem Juden zur Ader gelassen, zum warnenden Beispiel un-erbittlich bestrafen. Seine judenfeindliche Gesinnung wirkte ansteckend.Als einst die jüdische Hebamme erkrankt war, und eine christliche denKindesnöthen jüdischer Frauen beistehen sollte, wagte es der Rathnicht, ohne die bischöfliche Zustimmung die Erlaubnis; dazu zu er-theileni). Der Bischof Heinrich und der Herzog Ludwig, gleich-gestimmt im Judenhaß, befolgten nun einen, wie es scheint, gemeinsamverabredeten Plan, die Regensburger Juden zu ruiniren oder zu be-kehren. Sie versicherten sich dazu einerseits der Zustimmung desPapstes und andererseits der Beihilfe einflußreicher Personen imBürgerrathe?).
Ihr Feldzugsplan begann mit Bekehrungsversuchen und lügen-haften Anschuldigungen, und sie bedienten sich dabei zweier nichts-würdiger getaufter Juden. Der Eine, Namens Peter Schwarz,verfaßte Anklage- und Schmähschriften gegen seine ehemaligen Glaubens-genossen. Zum Schein erbat sich der Herzog Ludwig vom Bischofdie Erläubniß, daß Peter Schwarz für die Juden Bekehrungspredigtenhalten dürfte, und zugleich, daß diese gezwungen werden sollten, sieanzuhören. Der Bischof Heinrich that ihm den Gefallen und. zwangdie Juden, die gegen sie gerichteten Schmähreden des Apostaten zurOsterzeit in der bischöflichen Kapelle anzuhören°). Der andere ge-taufte Jude, Namens Hans Vayol, schleuderte die schwersten Be-schuldigungen gegen den greisen Rabbinen Israel Bruna, darunterauch, als habe er ihm ein siebenjähriges Christenkind abgekauft undes geschlachtet 4). Der bereits durch schwere Leiden geknickte Rabbinervon Negensburg wurde in Folge dessen auf den Tod angeklagt.
Israel Bruna (von Brünn, geb. um 1400, gest. um 14805)
Das. 512. -) Das. 530 und Note Nr. 1053.
2) März 1474. Gemeiner das. 530 f. Aretin, Geschichte der Juden inBayern, S. 36. Würfel a. a. O. S. 86. „1478 predigte Schwarz für dieJuden auf dem Kirchhofe, suchte sie zu überzeugen, hat aber nicht vielansgerichtet." Vergl. über ihn Wolf, Illbliotlleoa II. p. 1111 IV, 527.
*) März 1474. Gemeiner das. III. 532.
5) Sein ungefähres Geburtsjahr crgicbt sich aus der Angabe in denUrkunden bei Gemeiner (a. a. O), daß „Israel von Bruna" 1474 bereits„ein alter abgelebter Mann" war. Im Jahre — 1477 erging noch eineAnfrage an ihn (llsspp. dlo. 217). 1456 war er bereits in Regcnsburg(Uespp. l^o. 121): nn n-i-> .n'.i i"'i .-UL- vergl. Note 5.