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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Bernardinus von Feltre.

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pflanzte den einseitigen Geist der deutschen Rabbinen nach Padua undItalien überhaupt. Da Elia Del-Medigo aus seinen freien Ansichtenüber Judenthum und Geheimlehre kein Hehl machte, so wurde ervon den Rabbinen der deutschen Gemeinde in Padua verketzert, viel-leicht in Folge seines religionsphilosophischen WerkesPrüfung derReligion". Es entspann sich eine heftige Fehde zwischen beiden, dieihren Ausdruck in Streitschriften fand. Juda Menz mußte bei derHandhabung literarischer Waffen gegen seinen Widersacher den Kürzerenziehen; denn er war, wie die deutschen Juden überhaupt, schwerfälligim Ausdrucke und nicht einmal im Stande, in talmudischen Sachenseine Gedanken klar und verständlich auseinanderzusetzen. Es scheint,daß er dann zum Bannstrahl gegriffen und Elia Del-Medigo ausPadua verdrängt hat*). Der letzte geistvolle Vertreter des gedanken-mäßigen Judenthums mußte, von jüdischen und christlichen Gegnernverfolgt, Italien verlassen und nach seiner Heimath Kandia zurückkehren.

Die thcilweise sichere und geehrte Lebensstellung der Juden inItalien mißgönnten ihnen die fanatischen Mönche, welche ihren aus-schweifenden Lebenswandel oder ihre ehrgeizige Einmischung inweltliche Angelegenheiten mit dem Mantel des Feuereifers für dieReligion decken wollten. Je lauer die christliche Welt gegen Ende

des fünfzehnten Jahrhunderts gegen die kirchlichen Institutionenwurde, desto mehr eiferten namentlich die Klostergeistlichen gegen dieJuden. Die Predigermönche ließen die Kanzel von fanatischen Capuzi-naden gegen die Juden wiederhallen und predigten geradezu derenAusrottung -). Ihr schlimmster Feind war in dieser Zeit der Fräncis-kaner Bernardinus von Feltre, ein würdiger Jünger desblutdürstigen Capistrano. Ein stehender Text seiner Predigten war:christliche Eltern mögen ein wachsames Auge auf ihre Kinder haben,damit sie die Juden nicht stehlen, mißhandeln oder kreuzigen 3). Er

1) Uebcr den Streit zwischen Juda Menz und dcl Mcdigo vergl. Josephdel Mcdigo Na^i-sk Anfang und über des Erstcrn Biographie Gherondi inXsrsm Ollsmecl III. x. 89. Woher Gherondi die Fabel entlehnt hat (das.p. 90), daß Juda Menz philosophisch gebildet gewesen sei und vor christlichenStudircnden und Vornehmen philosophische Vorträge gehalten haben soll, istmir unerfindlich. Es scheint eine Verwechselung mit Elia Del-Medigo zu sein.Vollständig unbrauchbar ist dessen Biographie in Orient, Jahrg. 1846. Litbl.col. 520 f.; vergl. Note 5.

2) Rsspp. Joseph Kolon Nr. 192.

b) Die Biographie des Bernardinus von Feltre und sein Verhalten gegendie Inden ist zusanimengcstcllt in Xeta 8auatorum (Bollandistcn) zu SeptemberD. VI. Auch bei Wadding, Xnnales rniuorum V. XIII. von p. 74 an. Dashier Angegebene ist das. acta Land. Xo. 69.