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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

denselben Inhalt hätten. Dem sei nicht so. Man könne nur sagen:Der jüdische Glaube werde von dem philosophischen Denken nicht er-schüttert, weil derselbe auf einem andern und sichern Wege durch eineandere Methode gewonnen werde. Kein wahrhaft gebildeter, geistiggehobener Jude, ja kein Denker, könne dem Judenthume seine Aner-kennung versagen *). Nur die Halbgebildeten seien es, welche ebensodas Judenthum, wie die Philosophie in Mißkredit bringen. DieseHalbwisser suchen einen Mittelweg zwischen den zwei Gegensätzen an-zustreben, aber lassen weder das Eine, noch das Andere zu seinemRechte kommen-).

Man kann nicht behaupten, daß Elia Del-Medigo in dieserPrüfung der Religion" neue Gedanken angeregt hätte. Eswar den Italienern überhaupt nicht beschieden, das Judenthum mitneuen Ideen zu befruchten. Er hielt auch mehr den gläubigen, alsden denkmäßigen Standpunkt fest und verfuhr mehr abwehrend alsbegründend. Allein in der Gedankenöde jener Zeit erscheint seinegesunde Ansicht wie eine Oase in der Wüste. Es muß ihm auch alsVerdienst angerechnet werden, daß er wenigstens die Entstellungen,welche die Kabbalisten und die Afterphilosophen dem Judenthum bei-gebracht hatten, als fremdartige Zusätze erkannt und zu beseitigengewünscht hat.

Seine Bedeutung tritt noch mehr hervor, wenn man einen Blickauf Halbwisser seiner Zeit wirft, die ihm ein Gräuel waren. Einsolcher war Ahron b. Gerschon Alrabi (Arrabi^) aus Catancain Sicilien. Schwiegersohn des Don Mose Gabbai (der ausMallorca nach Nordafrika ausgewandert war), wahrscheinlich selbstein Verbannter, hatte Alrabi weite Reisen gemacht, die Türkei,Aegypten, das ganze heilige Land besucht und war selbst bis nachKassa und noch weiter gedrungen. Auf seinen Reisen hatte er vieleKenntnisse gesammelt und besaß auch Verständnis; und Prüfungssinn.In Italien hatte er Zutritt zum päpstlichen Hofe und Unterredungenmit dem Papste und einigen Kardinälen. Allein Alrabi hatte vonder Weisheit nur gekostet und war nicht in ihr Wesen eingedrungen.Daher kam er auf allerlei Schrullen in Betreff des Judenthums. Erbehauptete unter anderen Ungereimtheiten: die mosaischen Bücher seien nurdie Uebersetzung aus einer arabischen Urschrift. Alrabi verfaßte viele undverschiedene Schriften, deren Verschollenheit nicht sehr zu bedauern ist.

U Das. p. 820. ^ Das. p. 52, 58.

b) lieber Alrabi vcrgl. Schorr's Mittheilungcn in Zion I. x. 166 ff., 198 ff.und die Bemerkungen von Zunz: zur Geschichte S. 518 ff. Zunz hat richtiggegen Schorr nachgcwiescn, daß Alrabi im fünfzehnten Jahrhundert lebte.