Elia Del-Medigo.
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die Kabbala i). Selbst der Papst Sixtus IV. (1471—1484) wurdedadurch für die Kabbala so sehr eingenommen, daß er großen Eiferentfaltete, zum Nutzen des Kirchenglaubens kabbalistische Schriften insLateinische übertragen zu lassen-).
Von diesem Geistesdusel, dieser kindischen Schwärmerei für dieAfterlehre der Kabbala, hielt sich Elia del Medigo fern, und es istein schlagender Beweis für seinen nüchternen Sinn und sein gesundesIlrtheil. Er verachtete den kabbalistischen Spuk gründlich und hieltnicht damit zurück, ihren Unwerth bloszulegen. Er hatte den Muth,es auszusprechen: Daß die Kabbala auf sumpfigem Grunde beruhe,daß im Talmud keine Spur von dieser Lehre nachweisbar sei, daß dieanerkannten Autoritäten des Judenthums älterer Zeit nichts von ihrgewußt, und daß ihr für heilig und alt ausgegebenes Grundbuch, derSohar, keineswegs das Werk des gefeierten Simon b. Jochai, sonderndas eines Fälschers sei. Del Medigo fand die Annahme der Kab-bala lächerlich oder gar lästerlich: als vermöge der Mensch, der Jude,mittelst gewisser religiös vorgeschriebenen Handlungen oder Gebeteauf die höhere Welt und auf die Gottheit einzuwirken. Die Menschenseien ja kaum im Stande, auf sich selbst zur Besserung einzuwirken,und sie sollten gar die höhere Welt bestimmen können! Die Kabbalasei durch einige Lappen und Plunder der neuplatonischen Schule ent-standen^). Del Medigo hatte überhaupt sehr gesunde Ansichten überdie Religion. Obwohl ein warmer Anhänger des Judenthums undein Verehrer auch der talmudischen Elemente darin H, war er doch weitentfernt, Alles, was im Talmud vorkommt, als Wahrheit anzuer-kennen. Von einem seiner jüdischen Jünger, Saul Ko HeuAschkenasi aus Candia, aufgefordert ^), sein jüdisches Glaubens-bekenntnis; abzulegen und überhaupt seine Ansichten über die Merkmaleeiner wahren Religion zu entwickeln, arbeitete Elia Cretensis eine
*) ^gwlogin x. 42 in dessen opsrrr 1.: dlnlla. sst ssisntin, guns nosInaris ssrtiLvet äs äivinitats Obristi guanr rnnAia st Onlidaka.
2) Gaffarclli bei Wolf a. a. O- x>. 9: lli lidri (Onbbalistarnin) 8ixtns IV.pontiksx raaximns . . . inaxima onra stnäiogns enravit, nt in publicumtiäsi nostrus ntilitrrtem lutinis littsris mänäursntnr, saingns cum illsäsosssit, trss sx litis (seit. Ilseunati oruonlu in Vsatutsnsbum, biiisssrisäs unimus ssisntin st 8obom-4'ob V-äagusrns libsr Aruäunm) psrvsnsruutnä Imtluos. Es sind die oben S. 246 Note genannten.
°) llsobinnt bu-vut p. 89 ff. und p. 68 sä. IVisu. In p. 48 gicbt eran: er habe in einer andern Schrift die Ucbercinstimmnng der Kabbala mitdem Ncuplatonismus nachgcwiescn.
Vcrgl. die Rcsponsen Joseph Kolon's an Elia del Medigo in Kolon'sRsspx. bio. 94.
°) Schreiben des Saul Kohcn zum Schluffe des genannten Werkes.