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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

jüdischen Lehrers. Gegen die Gönner der Juden in Spanien schleudertees Bannstrahlen, und in Italien mußte es die Begünstigung der Judenvon Seiten der Christen mit ansehen.

Pico di Mirandola, mehr Gelehrter als Denker, empfand auchdas Gelüste, in die Abgründe der kabbalistischen Geheimlehre zusteigen. Er ließ sich in die Jrrgänge der Kabbala von einem nachItalien eingewanderten Mystiker Jochanan Aleman einführen,der, selbst ein wirrer Kopf, ihm weis machte, die Geheimlehre seiuralt und enthalte die tiefste Weisheit. Pico di Mirandola, dereine außerordentliche Fassungsgabe hatte, wurde in den kabbalistischenFormeln heimisch und fand darin eine Bestätigung der christlichenDogmen, überhaupt mehr Christenthum als Judenthum. Die After-lehre der Kabbala bewahrheitete ihm die Glaubenspunkte der Drei-einigkeit, der Menschwerdung, der Erbsünde, des Falles der Engel,des Fegefeuers und der Höllenstrafen. Pico hatte nichts Eiligereszu thun, als einige kabbalistische Schriften aus dem Hebräischen insLateinische zu übertragen, um christliche Leser mit dieser geheimenWeisheit bekannt zu machen. Unter den 900 Streitsätzen, welche dervierundzwanzigjährige Pico zu vertheidigen sich anheischig machte wozu er alle Gelehrten der Welt nach Nom einlud und ihnendie Reisekosten versprach war auch die These: Daß keine Wissen-schaft mehr Gewißheit über Christi Gottheit gebe, als die Magie und

*) Gedalja Jbu-Jachja berichtet: ip's v' '1 207 ,

(Lebalsebslst 50 a). Gaffarelli theilt die Titel von drei kabbalistischenWerken mit, welche in Pico's Besitz waren, und die er ins Lateinische übersetztund mit Anmerkungen versehen hat (bei Wolf, Uikliotlreoa Ilsbrasa I. zumSchluß). Diese Bücher hatte Pico von einem Juden, der ihm bei der Ueber-tragung behilflich war. Diese drei Bücher waren: 1) Mcnahem Recanati'skabbalistischer Commentar zum Pentateuch (falsch das. R'I-svi cio Rssinsto);2) äs selsutia auimas d. h. rir!7n, von Eliescr Katon, dem deutschen,d. h. Eliescr von Worms, gedruckt Lemberg 1875; 8) Schcm-Tob Falaqucra's'o, das hin und wieder kabbalistische Sentenzen hat. Diese drei Werkesind Pico von einem Juden zugesührt worden, und es liegt um so mehr nah,daß es Jochanan Aleman war, als dieser in seiner Ein!, zum Hohcnliede-.Commcnt. (->^v pe-n), genannt pem.-i vre-, ein Sammelsurium von Quasi-Philosophie und Mystik zusammcngcstoppclt hat. lieber Aleman vergl. Reggio inLsrsrn Ollsmsä Jahrg. 1829 x. 3 und seine Briefe (^e" II. p. 63 ff.Perls a. a. O. S. 191 f. Aleman's geistlose, confusionsvolle Schriften aufzu-zählen, lohnt das Papier nicht. Ucbcr Pico's Schwärmerei für die Kabbalavergl. die Auszüge Gaffarclli's aus dessen Schriften (bei Wolf i. e. x. 9) . .viäi In iilis (libris eubbaiistiois) rsligiousm nou tum mooaieum, guumObristiauum; ibi triuitutis Mysterium, idi verbi iiiourimtio etc. Esist ein großes Compliment für das Judcnthum, daß die Kabbala mehr Ver-wandtschaft mit dem Christenthume, als mit Mosc's Lehre hat.