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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Elia Del-Medigo.

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und gründlichen Kenntnissen und von klassischer und philosophischerBildung. In den lateinischen Styl hatte er sich so hineingelebt, daßer nicht blos Schriften in dieser Sprache verfassen konnte, sondernauch den hebräischen Satzbau in lateinischer Fügung darstellte. Vonden Verwüstungen, welche der neuaufgefundene, durch Ficinuseingeführte neuplatonische Schwindel in den Köpfen der italienischenHalbdenker angerichtet, hielt sich Del-Medigo fern und schloß sich andie gesunden Denker, Aristoteles, Maimuni und Averroes, welche seineFührer in der Philosophie waren. Mit diesen Systemen machte erdie christlichen Forscher in Italien mündlich und schriftlich durch Ueber-setzungen und selbstständige Arbeiten bekannt. Der Wunderjünglingseiner Zeit, der Graf Giovanni Pico di Mirandola, lernteseinen Altersgenossen Del-Medigo kennen und wurde sein Jünger,Freund und Beschützer. Di Mirandola, welcher zu seiner Zeit wegenseines eisernen Gedächtnisses, seiner umfassenden Gelehrsamkeit undseiner dialektischen Fertigkeit angestaunt wurde und mit dem regierendenHause der Medicäer in Toskana befreundet war, lernte von seinemjüdischen Freunde nicht blos hebräisch, sondern auch die aristotelisch-arabische Philosophie. Er Hütte auch von ihm Klarheit im Denkenlernen können.

Als einst an der Universität Padua ein gelehrter Streit aus-brach, die Professoren und die Studenten sich deswegen in zweiParteien spalteten und nach christlichem Brauch die Fragemit Rappier und Stoßdegen lösen wollten, berief die Universität inUebereinstimmung mit dem Senat von Venedig, welcher die Streitig-keit beendigen wollte, Elia del Medigo als Schiedsrichter. Man er-wartete von seiner Gelehrsamkeit eine endgültige Entscheidung undauch Unparteilichkeit. Del-Medigo disputirte über das Thema öffent-lich in Padua und verschaffte durch das Gewicht seines Urtheils dereinen Partei den Sieg. Dafür wurde er aber von der besiegten ge-haßt. In Folge dieses Vorfalls wurde er öffentlicher Lehrer derPhilosophie und hielt in Padua und Florenz vor zahlreicher Zuhörer-schaft Vorträge H. Wunderbar genug! Unter den Augen des Papst-thums, welches an der Demüthigung und Knechtung der Judenarbeitete, sogen christliche Jünglinge Weisheit von den Lippen eines

vorhanden (in der Pariser Bibliothek). Vergl. darüber die Bibliographen undbesonders Munk: üIsInnASs p. 513. äulss Ouba8 Keelioreüss sur I'üistoirslittsrrrirs än XVö»o sltzels 1876 und i'-n:?, hebräische Bibliographie B. XXI.188182, S. 71.

P Saul Kohen, Sendschreiben an Abrabanel x. 10n. (. Venedig)^Joseph Del-Medigo Llnri-sk p. 3.