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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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bald Druckereien in vielen Theilen Italiens, in Reggio, Mantua,Ferrara, Pieva di Sacco, Bologna, Soncino, Jscion,Neapel. Allerdings an den damaligen Kunstschöpfungen, Malereiund Bildhauerkunst, hatten die Juden keinen Antheil, sie lagen außerihrem Bereiche. Aber wohl haben einige gebildete Juden zur Hebungund Ausbreitung der Wissenschaft in Italien beigetragen. Zwei ver-dienen besonders hervorgehoben zu werden: Messer Leon und

Elia del Medigo; der letztere hat nicht blos empfangen, sondernauch gespendet.

Messer Leon (oder mit seinem hebräischen Namen Jehudab. Jechiel) aus Neapel (blühte um 14501490 H war zugleichRabbiner und Arzt in Mantua, kannte neben der hebräischen

Literatur auch sehr gut die lateinische und hatte Geschmack an

Cicero's und Quinctilian's stylistischen Feinheiten. Der aristotelischenSchule angehörend, erläuterte er einige Schriften dieses in derSynagoge und Kirche so hochgeachteten Philosophen, verfaßte eine

Grammatik und Logik, Alles in hebräischer Sprache für einen jüdischenKreis. Wichtiger als diese Schriften ist Messer Leon's hebräischeRhetorik (Nökst 2uüw^), in welcher er die Gesetze, aus denen dieAnmuth, Eindringlichkeit und Wirkung der Beredsamkeit des höherenStyles beruht, erforschte und nachwies, daß dieselben Gesetze auch derheiligen Literatur zu Grunde liegen. Er war der erste Jude, welcherdie Sprache der Propheten und Psalmisten mit der Cicero's im Ver-gleich brachte, gewiß in jener Zeit eine kühne That, weil die meistenJuden und Christen die.heilige Schrift so überschwänglich hoch stellten,daß ein Vergleich mit der profanen heidnischen Literatur schon alseine Art Lästerung galt. Freilich war das nur möglich in demmedicäischen Zeitalter, wo die Liebe für das griechische und lateinischeAlterthum sich bis zur Schwärmerei verstieg. Messer Leon, der ge-bildete Rabbiner von Mantua, war überhaupt freisinnig. Er konntedie Stockfrommen nicht genug tadeln, daß sie fremde Einflüsse vomJudenthum fern halten wollten, als wem: es dadurch entweiht würde.Er war vielmehr der Ansicht, daß das Judenthum durch Ver-

*) Sein logisches Merk: 'en biwr: hat er verfaßt I'sbet-Lelistiat 52141454 (de Rossi doäex No. 114: falsch bei Wolf III. x. 338). Messer Leongab eine Approbation zur Princcps-Edition des vnn, die zwar sine anno etloeo ist, aber von de Rossi (annales Hebraeo-t^pograpdiei x. 146) als einDruckwerk von 148791 Neapel erkannt wurde.

2) Ucber seine Schriften vergl. die Bibliographen. Nachzutragcn sind noch:1'des es aeacksmioas (in lateinischer Sprache?) rle Rossi doclex No. 145,9, und zwei Sendschreiben an die Juden von Bologna und Florenz 1474,das. 145, 12.