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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Jechiel von Pisa.

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halten zu können. Die Juden als Inhaber von Capitalien und alskluge Rathgeber waren daher in Italien wohlgelitten. Als ein Bei-spiel mag Folgendes angeführt werden. Als die Stadt Ravenna sichder Republik Venedig anschließen wollte und Bedingungen für ihrenAnschluß stellte, verlangte sie unter Anderm: Daß reiche Juden dahingeschickt werden sollten, um eine Leihbank zu eröffnen, damit derArmuth der Bevölkerung aufgeholfen werden könnte ^).

Die jüdischen Capitalisten erhielten daher in vielen StädtenItaliens von den Fürsten oder dem regierenden Senate ausgedehntePrivilegien, Banken zu eröffnen, Geldgeschäfte zu machen und sogarhohe Zinsen zu nehmen (20 Procent) 2 ). Der Erzbischof von Mantuaerklärte (1476) im Namen des Papstes, daß es den Juden gestattetsei, auf Zins zu leihen ch. Die kanonischen Gesetze gegen den Wucherkonnten sich gegen das allgemeine Interesse nicht halten. Wie dieregierenden Herren, so schützten auch die Gemeindestatuten die jüdischenBanquiers vor Concurrenz. Die Rabbinen verhängten den Bannüber diejenigen Gemeindeglieder, welche ohne obrigkeitliche ErlaubnißGeld auf Zins ausliehen ^). Eine Jude Jechiel in Pisa (14701490) beherrschte den Geldmarkt von Toscana. Er war aber keines-wegs ein herzloser Geldmensch, wie die Kirchlichen ihn verlästerten,sondern ein Mann von edler Gesinnung und weichem Herzen, der mitseinem Golde den Armen beistand und Unglückliche mit Wort undThat tröstete. Jechiel von Pisa war auch kundig in der hebräischenLiteratur, nahm warmes Interesse an ihr und stand in freundschaft-lichen Beziehungen zu dem letzten jüdischen Staatsmanne auf derpyrenäischen Halbinsel, zu Isaak Abrabanel. Als der König vonPortugal, Alfonso V., die afrikanischen Hafenstädte Arzilla und Tangereingenommen und unter den Gefangenen auch Juden jedes Alters undGeschlechts nach Portugal gebracht hatte, war es für die portugiesischenGemeinden, eine Herzensangelegenheit, sie auszulösen. Abrabanel stelltesich an die Spitze eines Comitö, welches Gelder dafür sammelte. Daaber die Mittel der portugiesischen Juden nicht dazu ausreichten, dieAusgelösten zu verpflegen, bis sie einen Erwerbszweig gefunden, sowendete sich Abrabanel an Jechiel von Pisa, um ihm anzudeuten, inItalien eine Geldsammlung zur Unterstützung der Unglücklichen zu

Rubens in ^ota 8anetoruin (Bollandisten) 8spt. 11 VII. p. 925.Uo. 318.

Vota. 8anotoruin das. Nr. 312.

°) Wolf, Aktenstücke zur Geschichte der Juden in der bibliographischenZeitschrift Llasleir (hebr. Bibliographie) I. S- 17.

fl Joseph Kolon Us8pp. Uo. 187; Mel'r von Padua Respp. Uo. 41.