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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Verfolgung der Marranen in Castilien. 237

und seiner Freunde hatte nur noch größeres Elend über sie gebrachtund sämmtliche Neubekehrten so wie auch die Juden gefährdet. Vonihren Todfeinden bedroht, mußte der Herzog von Medina-Sidonia einestarke Truppenmacht in die Stadt ziehen, um die Marranen schützenzu können.

Blutige Angriffe auf die Neuchristen wurden so alltäglich, daßsie der schlaue und ehrgeizige Minister Pacheco geradezu in Scenesetzte, um einen Staatsstreich auszuführen. Dieser gewissenlose Jntri-guant, welcher zwei Jahrzehnte hindurch die größte Verwirrung inCastilien angestiftet hat, sah mit Ingrimm die Versöhnung des KönigsDon Heinrich mit seiner Schwester, der Thronfolgerin Zsabella, dieseinen Einfluß zu vernichten drohte. Um neue Verwickelungen her-vorzubringen, wollte er sich der wichtigen Festung (Alcazar) vonSegovia bemächtigen, wo sich der König damals befand. Er veran-staltete zu diesem Zwecke durch seine Anhänger einen blutigen Angriffauf die getauften Juden, seines Ursprungs uneingedenk. In der Ver-wirrung sollten sich seine Helfershelfer des Schloßvogtes (Alcaide)Cabrera bemächtigen und womöglich auch des Königs. Die Ver-schwörung wurde zwar einige Stunden vor ihrem Ausbruch ver-rathen, aber die Hetze gegen die Neuchristen brach nichtsdestowenigerlos. Bewaffnete Banden durchzogen die Straßen von Segovia, er-brachen die Häuser der Marranen und tödteten Alle, die ihnen indie Hände fielen, Straßen und Plätze waren mit Leichen bedeckt(16. Mai 1474). Hätte Cabrera nicht Truppen gegen die Angreifereinschreiten lassen, so wäre damals kein Einziger der segovianischenNeuchristen und Juden am Leben geblieben H. Zu noch größeremUnglück für den jüdischen Stamm starb Don Heinrich (December 1474),und seine bigotte Schwester, welche von judenfeindlichen Gewissens-räthen geleitet war, und ihr Gatte, der gewissenlose Don Fernando,der sich bigott stellte, sie beide wurden die Herren der gesammt-spanischen Länder. Ein noch thränenreicheres Geschick war für dieSöhne Jakob's auf der pprenäischen Halbinsel im Anzuge.

dieses Factum mißverstanden, als wenn die Juden Gibraltar für einen Haufenvon Gold hätten kaufen wollen. Er folgert daraus einen falschen Schlußvon der gewaltigen Geldmacht der spanischen Juden. Aber nicht die Juden,sondern die Neuchristen wollten eine Zufluchtsstätte erwerben. Auch Amadorhat diesen Jrrthum begangen, N. III. 167.

Z Colmenares, Uistorla äs 8sgovia 33 H 10.