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Geschichte der Juden.
Juden, deren Leben ebenfalls bedroht war, mit sich. Den in derStadt noch zurückgebliebenen Neuchristen wurde gnädigst bewilligt, ihrenZufluchtsort zu verlassen und auszuwandern. Die Verjagten wurdenaber von der Landbevölkerung angegriffen, beraubt und erschlagen.In dem ganzen Bisthum Cordova, in allen Städten und Plätzen wurdegegen die Marranen mit Feuer und Mord gewüthet'). Wo man ihreransichtig wurde, war ihnen der schmählichste Tod gewiß. Bauern beider Feldarbeit schlugen sie ohne Weiteres todt. Das Gemetzel der
Marranen in Cordova wälzte sich von Stadt zu Stadt. In Jaenwar das Volk so wuthentbrannt gegen die Neuchristen, daß es einenMilitärbeamten Iran zu, der sie schützen wollte, in der Kircheerschlug 2 ).
Die Flüchtlinge von Cordova, welche in der nahegelegenen StadtPalma eine augenblickliche Zuflucht gefunden hatten, dachten daran,sich einen sicheren Ort zu verschaffen, wo sie die Blutgier und der
Fanatismus der gegen sie eingenommenen Bevölkerung nicht würden
erreichen können. Einer aus ihrer Mitte, Pedro de Herrera, derin großer Achtung bei seinen Leidensgenossen und bei dem Befehls-haber de Aguilar stand, begab sich zu diesem Zwecke zum Statthalterder Provinz, dem Herzog von Medina-Sidonia, nach Sevilla und
erbat von ihm die Bergfestung Gibraltar, welche dieser zehn Jahrevorher den Mohammedanern entrissen hatte, als Zufluchtsstätte fürsich und seine Brüder unter ihrem eigenen Commando. Er versprachdafür eine bedeutende jährliche Abgabe zu leisten. Der Herzog-Statt-halter war mit dem Vorschläge einverstanden. Die Neuchristen ausPalma begaben sich in Folge dessen nach Sevilla, um den Vertragzu unterzeichnen. Die Freunde des Herzogs riethen zwar davon ab,weil sie Mißtrauen gegen die Marranen hatten und die Befürchtungäußerten: die Neuchristen möchten mit den Mohammedanern in Ver-bindung treten und ihnen die wichtige Festung, den Schlüssel zu denKüsten Spaniens, in die Hände liefern. Der Herzog von Medina-Sidonia bestand nichtsdestoweniger darauf, den Vertrag mit denNeuchristen abzuschließen. Da gaben die Feinde derselben dem Pöbelvon Sevilla einen Wink darüber, und alsbald rottete sich dieser infanatischer Wuth gegen die Marranen zusammen. Kaum vermochtesie der Statthalter zu schützen. Eilends wurden sie zur Rückreisenach Palma gezwungen und unterwegs von dem Landvolke aus-geplündert und mißhandelt (1473°). Der Plan des Pedro de Herrera
1) Nach der von Amador verglichenen Quelle III, p. 153 fg.
-) Das. 159.
2) Hcfcle, der Biograph des Großinquisitors Mmenes de Cisneros, hat