Abraham Senior.
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Glaubensgenossen diese Heirath so heftig betrieben haben, weilFernando von einer jüdischen Urgroßmutter stammte H und voraus-zusehen war, daß er, auf den Thron von Aragonien und Castiliengelangt, seiner Abstammung eingedenk, den Juden zugeneigt seinwürde. Don Abraham hat daher die heimliche Zusammenkunft undVermählung Ferdinands mit Jsabella in Valladolid betrieben. Späterbrachte derselbe Abraham eine Aussöhnung des Königs Don Heinrichmit seiner Schwester in Segovia und die Zustimmung zu der ihmsolange verhaßten Heirath, sowie ihre Anerkennung als Thronerbin zuStande. Jsabella war ihm so dankbar dafür, daß sie ihm ein Jahr-gehalt von hunderttausend Maravedis aus den Einnahmen von denköniglichen Gütern bewilligtes. Diese Ehe, welche den Grund zuSpaniens Größe und zu Spaniens Verkommenheit gelegt hat, brachtezunächst Unglückstage für die Marranen. Als hätten die ParteigängerJsabella's geahnt, daß unter ihrer und ihres Gemahls Regierung dieVerfolgung zum Gesetze erhoben werden würde, griffen sie in Valladolid,Jsabella's Hauptsitz, zu den Waffen und fielen die Neuchristen an(September 1470). Diese setzten sich zur Wehr, unterlagen aber.Sie schickten daher eine Deputation an den König Don Heinrich IV.mit der Bitte sie zu schützen. Dieser zog zwar Truppen zusammenund marschirte gegen die aufrührerische Stadt, war aber froh, daßdie Bürger ihn überhaupt nur aufnahmen, und konnte an Bestrafungder Rädelsführer nicht denken.
Von Tag zu Tag steigerte sich die Glaubenswuth in Spanienbald gegen die Marranen, bald gegen die Juden. Die Verkümmerungder Juden genügte den fanatischen Feinden nicht, sie wünschten derenvollständige Vertilgung. Um diese vorzubereiten, sprengten die Ver-bissenen das Gerücht aus: die Juden der kleinen Gemeinde- Sepulveda(unweit Segovia) hätten in der Charwoche auf Eingebung ihresRabbiners Salomo Pichon heimlich ein Christenkind so sehr
') Elia Kapsali Chronik p. 47. Die Abstammung Ferdinands desKathol. von einer Jüdin wird daselbst folgendermaßen erzählt. Der Admiralvon Castilien (Don Feder ico Hcnriqucz) hatte ein schönes jüdisches WeibNamens Paloma verführt und mit ihr einen Sohn erzeugt. Diesen Sohn,der von ausnehmender Schönheit gewesen sein soll, erklärte er für legitim undübertrug ihm die Würde des Almirazago. Eine Tochter dieses von einerJüdin geborenen Sohnes, Johanna Hcnriqucz, heirathctc der KönigJohann II. von Aragonien, und aus dieser Ehe stammte Ferdinand derKatholische. Diese Thatsachc vernahm Kapsali aus dem Munde eines gewissenJakob, von den aus Spanien Vertriebenen, welcher selbst bei der Zusammen-kunft Ferdinands und Jsabcllas Botendienst verrichtet hat.
2) Alonso de Palcnzia, bei ^maäor III, 279 f.